Full text: Lexikon der Handelsgeographie

457 
Schweden (Urproduktion: Ackerbau, Viehzucht, Fischerei) 
Einfuhr Ausfuhr 
1876: 21,o 49,8 
1877: 48,3 
32,6 
1878 : 40,1 
43,3 
DicKartoffelkulturist ganz allgemein 
verbreitet: 1878 erntete man 18,9 Mill, 
hl, und sowohl Kartoffeln wie Getreide 
werden in bedeutender Menge zurBrannt 
weinbrennerei verwendet, durchschnittlich 
iil jedem Jahr von den ersteil 2,226,000 
hl, von dem zweiten 445,200 hl. Der 
Brennereibetrieb im großen ist erst 
gegen 25 Jahre alt, jetzt bcsteheil etwa 500 
Dcnupfbrennereien. Eine besondere Indu 
strie ist die Fabrikation des sogen, schwedi 
schen PuilscheS auch für den Export. Daran 
schließt sich die Brauerei, 1878 in 112 
Etablissements betrieben, welche mit 1618 
Arbeitern einen Produktionswert von 7,9 
Mill. Mk. jährlich erzeugten. Die Aus 
fuhr stieg 1880 auf 6,2 Mill. Lit., da 
bei wurden aber 3,182,400 (aus Frank 
reich allein 2,033,200) L. eingeführt. — 
Zuckerrübenbau hat man erst in der 
letzten Zeit, aber mit auögezeichiletein Er 
folg begonnen; wie gering jedoch die Pro 
duktion gegenüber dem Konsum ist, be 
weist die Einfuhr von 736,000 Ctr. Zucker 
und 130,000 Etr. Sirup in 1880 gegen 
über einer ganz unbedeutenden Ausfuhr. 
Die Einfuhr bestand neben 31 Mill. Pfd. 
Rafsiiiade in 42 Mill. Pfd. Rohzucker, 
der 1878 in nenn Zuckerfabriken auf einen 
Wert von 17,5 Mill. Mk. verarbeitet 
wurde. —Gemüse und Obstbali gedeihen 
inl Süden, nicht aber der Weinbau, und 
die Einfuhr von Wein in Fässern (1880: 
56,000 Ctr.) und Flaschen (525,000 Lit.) 
ist beträchtlich. Wie bedeuteiid der Im 
port von den aufgeführten und verwand 
ten Nahrnngs- lind Gcnußmitteln ist, 
zeigt die Handelsbilanz für 1878. In 
Millionen Mark betrug die 
Einfuhr Ausfuhr 
Getrcidc und Produkte davon. 40,0 43,3 
Kolonialwaren 48,1 0,2 
Spirituosen und andre Getränke 6,5 °' 3 
Zusammen: 94,9 43,8 
An Kaffee alleili wurden 1879 : 242,000 
Ctr., 1880: 265,000 Ctr. importiert. — 
Auch derAnbau von Flachs lind Hanf Mt 
bedeutend, namentlich in der Provinz Wc- 
sternorrland, Flachs im ganzen ans 15,187 
ha, die einen Ertrag von 4763 Ton. er 
gaben. Doch genügt diese Produktion dem 
Bedarf ebensowenig wie die von Tabak, 
welcher bcsoiiders um Stockholm und bei 
Ahns angepflanzt wird linb 1877 eine 
Ernte von 144,700 kg lieferte. Dazu 
wurden noch 91,000(Sir. Rohtabak impor 
tiert, um die 110 Fabriken zu versorgen, 
deren Jahresproduktion einen Werr von 
12,1 Milt. Mk. erreichte. 
Die Viehzucht ist bedeutend und der 
Viehrcichtum im Verhältnis zur Bevöl 
kerung groß. In S. kommen auf 1000 
Einw. 105 Pferde, 482 Rinder, 342 Schafe 
und 35 Schweine. Nach der Viehzählung 
von 1873 gab es: Pferde 455,907, Rinder 
2,181,394, Schafe 1,695,434, Schweine 
421,795. Im N. hakteil die Lappeil 100 
bis 200,000 Stück Renntiere. Die Aus 
fuhr voll Fleischtieren, welche sich uament 
lich nach Norwegen richtet, ist daher eine 
sehr beträchtliche; 1880 betrug einer sehr 
kleineil Einfuhr gegenüber die Ausfuhr 
von Rindern 34,000, von Schafen 29,500, 
von Schweinen 21,800 Stück. Indes wer 
den Speck, Butter und Käse iilbcdeuteildeu 
Quantitäten eingeführt, 1880 : 360,000, 
resp. 80,000 und 9400 Ctr.; Butter ist 
aber ein bedeiitender Exportartikel (1880: 
124,000 Ctr.). Durch Errichtung von 
Meiercischulen, llmherrcisenden Meie 
risten u. a. wird von der Regieruilg viel 
für zweckmäßigere Benutzung der Pro 
dukte gethan. ' Der jährliche Wert der 
Viehzucht nach Abziig des Unterhalts der 
Zugtiere und von % Betriebskosten wird 
auf 160 Milt. Mk. veranschlagt. Auch von 
andern Produkten der Viehzucht führte 
S bedeutende Posten ein, so 1880 von 
rohen Häuten und Fellen 51,000Ctr., von 
Talg 29,000 Ctr., während die Ausfuhr 
sehr unbedeutend war. Die jährliche Woll- 
produktion wird auf 3 Mill. Pfd. geschätzt, 
dazu führte S. 1879 noch 20,000 Ctr. 
und 1880: 28,000 Ctr. ein. 
Die Fischerei ist nur au der Küste des 
Skagerraks und des Kattegats eincHaupt- 
nahruugsguellc, in ben übrigen Gegen 
den ist sie Nebenbcschäftigullg. Die Er 
träge sind keilleswcgö zllrcichend. Die 
! 
im
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.