Full text : Lexikon der Handelsgeographie

458  Schweden  (Urproduktion:  Fischerei,  Forstwirtschaft,  Bergbau).

Lachs-  und  Binnenfischerei  wird  sehr  häufig ­
  durch  die  spät  insJahrhinein  dauernde
Bedeckung  der  Landsccn  mit  Eis  beeinträchtigt, ­
  und  die  Heriugsfischerei,  welche  durch
das  frühere  Raubsystem  mit  engmaschigen
Netzen  sehr  geschädigt  wurde,  hat  erst  in
neuester  Zeit  an  der  Westküste  von  Gotenbnrg
  befriedigende  Resultate  ergeben;  im
Winter  1877—78  wurden  210,000  Ton.
Heringe  gefangen,  doch  wurden  1880  eingeführt ­
  982,000  Kubikfuß  von  gesalzenem
Hering  bei  einer  sehr  geringen  Ausfuhr.—
Die  Jagd  war  früher  sehr  ergiebig,  ist
aber  jetzt  von  untergeordneter  Bedeutung.
Die  Waldungen  bilden  eine  außerordentlich ­
  wichtige  Quelle  des  Nationalwohlstands. ­
  Man  kann  annehmen,  daß
175,690  qkm  (3190  QM.)  mit  Wald  bestanden ­
  sind,  davon  20  Proz.  dem  Staat
und  Gemeinden  gehörig.  80  Proz.  Privaten. ­
  Die  Eichenwaldungen  gehören  alle
dem  Staat.  Den  jährlichen  Verbrauch
schätzt  man  auf  1190  Mill.  Kubikfuß,  wovon
  940  Mill,  als  Brennholz  verbraucht
werden;  viel  wird  zum  Hauserbau,  zu
Zäunen  K.  verwandt,  und  ca.  100  Mill.
Kubikfuß  werden  ausgeführt.  Die  Holzausfuhr ­
  geht  zu  50  Proz.  nach  England,
20  Proz.  nimmt  Frankreich.  Holz  wird
aber  nach  alten  Ländern  aller  Weltteile
ausgeführt.  Die  wichtigsten  Erporthäfen
für  diesen  Handel  sind:  Haparanda,  Lutea,
Pitea,  Umea,  Hernösand,  Snndsvall,  Söderhamn,
  Geste,  Söderkvping,  Westervik,
Oskarshamn,  Kalmar,  Gotenburg,  Nddevalla
  neben  25  kleinern  Plätzen,  aus  welchen ­
  1880  exportiert  wurden:
Balken  und  Sparren  .  .  15,8  Mill.  Kubikf.
Bretter  und  Planken  .  .  104,8
außerdem  Bauholz  und  Masten,  Grubenstützen, ­
  Bretter  und  Plankeneitden,  Brennholz, ­
  Faßdauben,  Schindeln,  Schwellen,
Leisten,  Ruderhölzer  re.  1878  betrug  (in
Millionen  Mark)  die
Einfuhr  Ausfuhr
Unbearbeitetes  Holz.  .  0,9  77,1
Bearbeitetes  Holz  .  .  1,8  9,4
3»  frühern  Jahren  standen  die  Werte  weit
hoher.  Dieselben  sind  überhaupt  bei  Anwachsen ­
  der  Exportmengen  (1879  um  9
7%  gegen  1878)  so  heruntergegangen,
frei:  Nutzen  oft  ein  illusorischer  wurde.

Zur  Unterstützung  des  schwedischen  Holzhandels ­
  wurde  1879  unter  dem  Schutz
und  derKontrollc  des  Staats  der  »Garanticvercin
  der  Sägenbesitzer«,  ein  Geldinstitut ­
  auf  Aktien,  gegründet.  Der  Export ­
  erfolgt  zum  allergrößten  Teil  aus  den
Häfen  des  Bottnischen  Meerbusens;  da
dieselben  aber  etwa  sechs  Monate  durch  Eis
verschlosseil  sind,  so  muß  die  geplante  Bahn
Sllndsvall-Drontheim  von  der  größten
Bedeutung  für  diesen  Handel  werden.
Der  Bergbau  ist  sehr  alt  und  liefert
in  erster  Linie  Eisen,  daö  beste  der  Welt,
da  es  fast  ganz  frei  von  Phosphor  ist
(0,05—0,oo3  Proz.)  und  noch  großenteils
mit  Holzkohle  ausgesch  niolzen  wird.  Außer
dem  ungeheuren  Erzreichtum  beiGellivara
und  andern  Stellen  in  Lappland  befinden
sich  die  größten  und  mächtigsten  Lager
in  dem  Gürtel,  welcher  sich,  von  O.  nach
W.  gehend,  von  Upland  uild  dem  südlichen ­
  Gestrikland  durch  Westmanland
und  Nerike  und  das  südliche  Dalarne  nach
dem  östlichen  Teil  von  Wermland  erstreckt.
1879  wurden  aus  304  Eisengrubcn
15,115,184  Ctr.  Eisenerz  gewonnen,  eine
bedeutende  Abnahme  gegen  frühere  Jahre,
und  1880  führte  man  702,000  Ctr.  aus.
Kupfererze,  welche  früher  aber  in  weit
bcdeutcndern  Mengen,  namentlich  von
dem  Großen  Kupferberg  (Stora  Kopparberget)
  bei  Falun,  gefördert  wurden,
nehmen  an  Wichtigkeit  die  zweite  Stelle
ein;  1878  wurden  aus22Gruben611,800
Ctr.  Kupfererze  gewonnen,  aus  31  Gruben ­
  212,121  Ctr.  Silber-  und  Bleierze,
aus  21  Gruben  959,708  Ctr.  Zinkerz,  ferner ­
  Manganerz,  Kobalterz,  Nickelerz  und
Schwefelkies.  Kohle  findet  sich  in  den
Steinkohlenflözen  von  Höganäs,  Lilleshon ­
  und  Helsingborg  in  der  Landschaft
Stane  (Schonen);  doch  sind  nur  einige
Kohlen  koksfähig  und  auch  diese  nur  in
geringem  Maß.  1879  betrug  die  Kohlenausbeute ­
  aus  6  Gruben  4,884,180  Kubikfttß,
  es  müssen  daher  trotz  des  massenhaften ­
  Verbrauchs  von  Holz  als  Brennstoff ­
  immer  noch  Steinkohle  und  Kots
importiert  werden  und  zwar  1880:  42,8
Mill.  Kubikfuß.  Salz  wird  nur  in  ungenügender ­
  Menge  gewonnen,  und  1880
wurden  2,5  Mill.  Kubikfuß  eingeführt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.