Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Schweden  (Handel,  Verkehrswesen).

Papier  aus  Holzmasse;  die  größte
Fabrik  befindet  sich  bei  Korndal  (Gotenbnrg);
  der  Export  ist  schon  bedeutend  und
betrug  1880:166,000  Ctr.  gegen  eine  Einfuhr ­
  von  23,000  Ctr.,  der  von  Holzmasse
222,000  Ctr.  —  Durch  Zündhölzchen
ist  besonders  Jönköping  berühmt,  in
dessen  Fabrik  allein  1500  Leute  arbeiten;
1879  wurden  170,000,1880:229,000  Ctr.
exportiert  und  zwar  nach  allen  Teilen  der
Welt.  —  Von  andern  Fabrikaten  ist  Leder, ­
  wozu  Häute  und  Felle  aus  Amerika
und  Ostindien  eingeführt  werden,  nennenswert. ­
  Damit  hangt  die  Handschnhsabrikation
  zusammen,  welche  im  Ausland  durch
ihre  namentlich  in  Skäne  angefertigten
Klippingshandschuhe  (gants  de  Suede)
von  ungefärbtem  Leder  bekannt  ist.  Die
1878  bestehenden  zwölf  Handschuhfabriken
lieferten  mit  454  Arbeitern  für  690,620
Mk.  Ware.  —  Für  Porzellan  bestehen
zwei  Fabriken  in  Rörstrand  und  Gnstafsberg
  mit  einein  Prodnktionswert  von  1,8
aitili.Mk.  Porzellan  wie  Glas  gehen  nach
Norwegen  und  Rußland.
HI.  Handel.

Die  drei  Hanpterportartikel  Schwedens
find:  Holz,  Eisen  und  Getreide,  und  für
alle  biet  sind  die  Werte  in  den  letzten
Jahren  in  ganz  erstaunlicher  Weise  gefallen. ­
  In  Millionen  Mark  war  die  Ausfuhr ­
  von:  1874  1876  1878
Stangen-  und  Roheisen  .  30,o  23,o  21,6
Brettern,  Balken,  Planken  106,7  99,5  62,8
Getreide  46,  o  50,7  41,2

Der  Gesamtwert  des  Handelsuinsatzes  betnm
  1877  :  581,c  Will.  Wf.,  1878:  474,c
Milt.  Mk.  1878  betrug  (mit  Einschluß
von  Gold  und  Silber)  der  Wert  der  Einf#
  268,9,  ber  206,4  WiK.  Wf.,
welche  sich  auf  die  einzelnen  Länder  in
nachstehender  Weise  verteilten:

Einfuhr  Ausfuhr
Deutschland  63,6  13,  o
England  71,2  104,3
Dänemark  46,7  23,5
Rußland  und  Finnland  .  29,5  5,3
Frankreich  g,o  29,  i

Niederlande  il,»
Norwegen  12,9
Belgien  7(5
Vereinigte  Staaten...  8,5

5.7
7.8
9.9
0,5

An  dem  Umsatz  mit  Deutschland  partizipierte ­
  mit  mehr  als  der  Hälfte  Lübeck,
nächstdem  Preußen  und  Hamburg.  Lübeck
importiert  namentlich  Gewebe  und  Manufakte,
  Maschinen,  Kaffee,  Wolle  u.  a.,
Preußen  Getreide,  Mehl  und  Fucker,  Hamburg ­
  Kaffee  u.  a.,  Bremen  Tabak.  Holz,
Streichhölzchen,  Eisen  sind  die  bedeutendsten ­
  Ausfuhrartikel.  Der  Umsatz  des  Jahrs
1878  verteilte  sich  in  folgender  Weise  (in
Millionen  Mark):

Einfuhr  Ausfuhr
Lübeck  35,68  5,23
Preußen  ....  16,52  4,11
Hamburg  ....  5,91  2,so
Bremen  5,52  0,10

der  Rest  auf  Mecklenburg  und  Oldenburg.
Die  wenig  günstige  Lage  des  Handels  uiib
Verkehrs  zeigt  sich  auch  in  der  verminderten ­
  Anzahl  von  Gesellschaften,  welche  in
den  letzten  Jahren  gegründet  wurden.  Die
Zahl  derselben  war  1874:  215,1878  nur
68.  Von  der  letzten  Zahl  waren  4  Eiseilbahngesellschaften, ­
  29  Industrie-  und  Fabrlkgesellschaftcn,
  16  Reedereigcsellschaften,
  11  Handels-  und  Ökonomiegesellschaften ­
  nnd8  andre,  zusammen  mit  einein
Kapital  von  mindestens  11,2  Mill.  und
höchstens  25  Mill.  Mk.
IV.  Bcrkchrslvkscn.
Die  Kommunikationsmittel  lassen  noch
manches  zu  wünschen  übrig.  Für  Wegeanlagen ­
  wurden  1876:  849,856  Mk.  veranschlagt, ­
  wozu  der  Staatöbeitrag  34,0
Proz.  betrug;  für  Brücken-  und  Hafenbauten ­
  800,509  Mk.,  davon  Staatsbcitrag
  26,5  Proz.;  für  Wasservertiefungen
und  -Ableitungen  765,642  Mk.,  davon
Staatsbeitrag  40,6  Proz.  —  Die  K  a  n  ä  l  e
und  kanalisierten  Gewässer  haben  eine
Länge  von  ca.  800  km.  Die  bedeutendsten
sind:  der  Götakanal  zwischen  Wenersee
und  Ostsee,  Trollhättakanal  zwischen
Wenersee  und  Dîorbfec,  Ströms-Hclinskanal
  zwischen  Mälar-  und  Barkensee
in  Datarne,  Söderteljekanal  zwischen
Mälarsec  und  Ostsee,  Hjelmarkanal  zwischcn
  Hjelmarsee  und  Mälarsee,  Dalslandskanal
  zwischen  Wenersee  und  dem
Stora  Lee.  Die  zahlreichen  Seen  des  südlichen ­
  Teils  iverden  fast  sämtlich  von
Dampfschiffen  befahren.  —  Die  Flüsse
            
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