Full text: Lexikon der Handelsgeographie

)16 
nimmt Maryland die erste Stelle ein. In 
den Gewässern dieses Staats wurden 1879 
bis 1880 an 370 Mill. Lit. Austern ge 
fangen, wovon 231 Mill. L. (meist in 
Baltimore) eingemacht, 70 Mill. L. in der 
Schale verschifft wurden. Der Export von 
Fischereiprodukten der Vereinigten Staa 
ten belief sich 1880 auf rund 20,3 Mill. 
Mk., wovon über die Hälfte auf Fischkon 
serven (nicht gesalzen oder geräuchert), 3,5 
Mill. Mk. auf Walrat und Thran kom 
men. Die Einfuhr von Fischen und Fi- 
schereiprodnkten betrug 6,9 Mill. Mark. 
4) ß erst wirt schaftu. Jagd. Früher 
bedeckten große Waldungen die Neueng 
land-Staaten; diese sind jedoch meist zer 
stört , uttb schon macht sich der nachteilige 
Einfluß geltend. Der »Far West« (Kan 
sas, Oregon rc.) weist aber noch reiche Wal 
dungen auf, und Anpflanzungen werden 
auf den baumlosen Prairien gemacht. Ein 
Teil der Holzausfuhr nimmt seinen Weg 
über die Seen und den St. Lorenzstrom 
und zählt daher zum kanadischen Export; 
doch genug verläßt noch die Häfen der 
llniou, um die Erportziffer zu einer sehr 
ansehnlichen zu machen. Unter den aus 
geführten Holzwaren der einheimischen 
Erzeugung sind die Hauptpostcn für 1880 
(ln Millionen Mark): 
Bretter, Planken rc 17,o 
Dauben, Stäbe rc 14,7 
Banholz ........ 9,2 
Hausgerät 6,9 
Die gesamte einheimische Ausfuhr hatte 
einen Wert voll 65,9 Mill. Mk.; dabei 
wurden für 27,7 Mill. Mk. Waren ein 
geführt, unter denen Bretter und Plan 
ken mit dem ansehnlichen Posten von 
21,4 Mill. Mk. figurieren. 
Die Jagd liefert noch immer reiche 
Erträge an Pelzwerk. Nelv Porker Han- 
delshäitser unterhalten an den Seen per 
manente Agenturen, und auf Alaska hat 
die Amerikanische Kompanie ihr Haupt 
quartier. Die Ausfuhr von Pclzwerk stieg 
iu letzter Zeit sehr bedeutend, von 20,3 
Mill. Mk. in 1879 auf 22,7 Mill. Mk. in 
2°80 Dagegen wurden im letzten Jahr 
îàÜ. Mk. Pelzhäute eingeführt. 
Bergban und Hüttellwesen. 
Bereinigten Staaten besitzen einen 
Reichtum all Mineralien wie wenige Län 
der der Erde; auch ist die Produktion iu 
rascher Zunahme begriffen, keineswegs 
aber so groß, wie mau erwarten sollte. 
Gold und Silber. Die Ausbeute 
von Edelmetalleil war bis zur Entdeckung 
der Goldminen ill Kalifornien auf die 
südlichsten Teile der Allegham)«, nament- 
tich deren Ostabhänge in Virginia, Nord- 
und Südcarolina und Georgia unb deren 
Westabfälle in Tennessee unb Alabama, 
beschränkt. Seit 1824 sind dort 90 Mill. 
Mk. an Gold ausgebeutet worden, eine 
Summe, welche gegen die Produktion 
Kaliforniens gar nicht mehr in Betracht 
kommt. Jetzt sind die zehn westlich von den 
Rocky Mountains gelegenen Staaten und 
Territorien, unter diesen voran Nevada 
und Kalifornien, die HauptproduktionS- 
gebiete, und unter allen Minen steht wie 
derum der Conistockaang obenan, wel 
cher 1860—79 für nahe an 1277 Mill. 
Mk. Gold und Silber lieferte. Die ge 
samte Edclmetallproduktion der Vereinig 
ten Staaten 1821—75 berechnet A. Soet- 
beer auf 6,601,689,000 Mk., davon: 
Silber . . . 948870000 Mark 
Gold .... 5652819000 . 
Für die nächstfolgenden Jahre gibt die 
offizielle Statistik die Produktion folgeu- 
dermaßcn an (in Millioneil Mark) : 
Gold Silber 
1876: 167,8 162.9 
1877: 107,9 167,2 
Gold Silber 
1878: 215,0 190,2 
1879: 163,4 171,4 
Während die Golderträge beständig ab 
nahmen, stiegen die Silbererträge in noch 
schnellerer Weise. Alte hervorragende Ge 
biete verlieren allerdings mehr iutb mehr 
an Bedeutung. So war in dem schon er 
wähnten CoiiistockgangdieGcwinnung von 
(Mb 1877 i# 74,5 mim. mis., 1879 
aber nur noch 15,i Mill. Mk., die von 
Silber 1877: 84,4 Mill. Mk. und 1879: 
21,8 Mill. Mk. Und auch in der ganzen 
Nevada, in Kalifornien und in Utah ist 
der Rückgang bedeutend, nur in Colorado 
und Dakota haben sich die Erträge ge 
steigert. Die Ausfuhr erreichte zur Zeit 
der kolossalen Notenemissionen eine enorme 
Höhe; 1864 betrug der Exportüberschuß 
nicht weniger als 387,7 Btill. Mk., 1872:
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.