Full text: Lexikon der Handelsgeographie

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Vereinigte Staaten (Handel). 
Aàum um 38 Proz. zugenommen. 
Die Mehremfuhr, welche früher die Regel 
war und 1872 ihre Höhe mit 766,i Mill. 
JJif. erreichte, hat sich in eine noch bedeu 
tendere Mehrausfuhr verwandelt, welche 
1880 auf 704,i Mill. Mk. gestiegen war. 
Die Ausfuhr der Union besteht noch vor 
wiegend aus landwirtschaftlichen Erzeug 
nissen und andern Rohprodukten; daneben 
treten aber doch schon so bedeutende Posten 
amerikanischer Fabrikate auf, daß wir mit 
Recht darauf rechnen dürfen, daß sich in 
der Zukunft der Markt für das ausländi 
sche Fabrikat noch mehr beschränken wird. 
Welche llmwandlung sich innerhalb eines 
Decenninms vollzogen hat, zeigt nach 
stehende Tabelle recht auffällig. Der Aus 
fuhrwert der hauptsächlichsten Artikel ein 
heimischer Erzeugung war (inMill.Mk.): 
1870 1880 
Brot und Brotstoffe 303,4 1219,3 
Baumwolle 953,4 681,7 
Tierische Nahrungsmittel . . . 122,5 595,3 
Petroleum 127,7 169,2 
Eisen. Stahl und Waren daraus 46,2 52,9 
Baumwollwaren 15,9 42,0 
Leder und Lederwaren .... 2,7 28,4 
Lebende Tiere 4,9 gi, 
Zucker und Melasse 2,8 l¿a 
Ackcrbauwerkzeuge 4,2 9,2 
Steinkohle 5,5 ío's 
Õõst 8,5 4,6 
Hanf und Waren daraus ... 2,8 5,3 
Uhren 2,4 6,i 
sicht. Es nahmen 1880 am Handel (in 
Prozenten) teil: 
Länder 
England. 
Frankreich 
Deutschland 
Belgien . 
Niederlande 
Italien . 
Cuba. . 
Mexiko . , 
Brit.-Wcstindien 
Brasilien 
Ostindien 
China 
Japan 
Einfuhr 
31,53 
10,38 
7,82 
1.77 
1,04 
1,64 
9,80 
4,94 
1,08 
7.78 
3,15 
3,20 
2,17 
Ausfuhr 
einheiln, fremde 
54,74 
12,oo 
6,83 
4,09 
2,05 
1,50 
1,32 
3,25 
0,73 
1,03 
0,27 
0,13 
0,31 
23,97 
10,04 
6.57 
3,75 
2,74 
0,04 
2.58 
23,12 
15,40 
0,93 
0,01 
0,23 
Zusammen: 1601,7 2900,4 
In diesen letzten zehn Jahren ist dem 
nach der Ausfuhrwert um rund 907 Mill. 
Mk. gestiegen. Die AnSfuhrmengen sind 
aber einesteils in ungleich größerm Maß 
gewachsen, andernteilö wurden sie gegen 
die Borjahre, teilweise wenigstens,'durch 
den im letzten Jahr schnell steigenden ein 
heimischen Verbrauch eingeschränkt. 
Unter allen Ländern, welche mit den 
Vereinigten Staaten im Handelsverkehr 
stehen, nimmt England die erste Stelle 
ein; voll dem Gesamthaildcl der Vereinig 
ten Staaten fallen ans das Vereinigte Kö 
nigreich nicht weniger als 44,rProz. Wenn 
wlr diejenigen Staaten unberücksichtigt 
lasten, welche sich mit weniger als 2 Proz. 
LÆ«« oder der andern Richtung 
beteiligten, so erhalten wir folgende über- 
Das Deutsche Reich nimmt bei der Ein 
fuhr die fünfte, bei der Ausfuhr die dritte 
Stelle ein, welch letztere es auch im Gc- 
samthandel beansprucht, indem es mit 
7,87 Proz. nur England (44,19 Proz.) 
iitib Frankreich (11,86 Proz.) nachsteht. 
?^ä°luten Zahlen für 1878-79 sind 
(m Millionen Mark) folgende: 
Einfuhr von Deutschland 149,1 
. Ausfuhr nach . 239,4 
Die Handelsbeziehungen Deutschlands zu 
den Vereinigten Staaten haben sich tu 
kurzer Zeit in außerordentlich schneller 
Weise entwickelt; während aber früher die 
Handelsbilanz für beide Läiider ziemlich 
gleich günstig lag, tritt Deutschland jetzt auf 
dem amerikanischen Markt mehr als Käu 
fer denn als Verkäufer ans. Der Import 
deutscher Waren betrug im Durchschnitt 
der dreiJahre 1860-62 über 51 Proz.dcö 
Gesamtumsatzes zwischen beideii Ländern, 
1877—79 aber nicht mehr als 38 Proz. 
Der Export aus der Union nach Deutsch 
land besteht zum großen Teil (69 Proz.) 
aus Gegenständen, welche der Urproduk 
tion angehören, namentlich: Rohbaum 
wolle, Brot und Brotstoffe, Fleischkonser 
ven, Schmalz, Speck re., frisches Fleisch 
und Schlachttiere, Petroleum, außerdem 
Ackerbaugerätschaften, landwirtschaftliche 
und gewerbliche Dampf - und Arbeitsma- 
chinen, Nähmaschinen, andre Produkte 
der Metallindustrie, Leder und Lederwa 
ren re., im ganzen 1879 und 1880 für je 
239,1 am/m. 
Die Ausfuhr deutscher Produkte nach
	        
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