Contents: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil II. Korn-Giroverkehr. 
selbst die einzelnen Einnahmen bei ihrer Yereinnahmung gebucht 
worden sind. 
Mithin ist der Papyrus wie folgt zu erklären: „für A sind 
vereinnahmt worden auf Seite 81 des Tagebuches, Zahler Aeitis, 
X Art. Weizen; auf Seite 84 des Tagebuches, Zahler Dioskoros, 
27 Art. Weizen; nochmals auf Seite 84, Zahler Aretion, 3 Art. 
Weizen; auf Seite 85, Zahler Pasión, 9 Art. Weizen“ usw. Die 
Seiten des Tagebuches reichen für das Blatt 16 des Kontos von 
81 bis 88, das Blatt 16 des Kontos umfaßt mithin 8 Seiten des 
Tagebuches. Die Kontoauszüge aus den Seiten 1 bis 80 des Tage 
buches haben auf den Seiten 1 bis 15 des Girokontos gestanden, 
die verloren sind. 
Die Wahrscheinlichkeit, daß der genannte Papyrus ein Konto 
auszug aus dem Speicher-Tagebuche ist, gründet sich insbesondere 
auf seine Übereinstimmung mit den Kontoauszügen aus den Kassen 
tagebüchern der Banken (vgl. Archiv IV S. 101 ff.). 
Hatte der Beamte der Speicherverwaltung auf Grund des 
Tagebuches das Konto eines bestimmten Giroguthabers in Einnahme 
und Ausgabe fertiggestellt, so brauchte er nur Einnahme und Aus 
gabe aufzurechnen und gegen einander abzustimmen, um den Giro 
bestand dieses Guthabers zu ermitteln. Das ist der Be 
standsabschluß, der je nach Bedarf jeder Zeit gefertigt werden 
konnte, wahrscheinlich aber monatlich nach Monatsschluß gefertigt 
werden mußte. 
Ein solcher Bestandsabschluß für eine Reihe von Giro- 
guthabern ist P. Fay. 300 (1. Jahrh. n. Chr.), von den Herausgebern 
leider nur im kurzen Auszuge veröffentlicht: „Part of an account 
of corn, beginning eîalv aí eicraxOeîcrai . . . The entries are made 
under the names of various persons, e. g. Oapíiuvoç ópoíiuç àp- 
Taßai) Xò, áfXÓTOu (dpiaßai) ttò, (yivovTai) (dpraßai) p[iri], toótuuv 
äKßoX(fig) (apraßai) BC, XoiTr(ai) èv rapiuji (dpiaßai) vß.“ Die eicrax- 
Oeiuai (d. i. dptaßai) sind die auf die verschiedenen Guthabenkonten 
eingezahlten Getreidemengen; 0apiujv ist einer der Gnthaber, auf 
dessen Guthaben in dem Zeiträume, für den der Abschluß auf 
gestellt wurde, 34 Artaben eingezahlt worden sind; sein Restgut 
haben nach Ausweis des vorhergegangenen Abschlusses {èxXÔYou) 
betrug 84 Artaben, das sind zusammen 118 Artaben; hiervon sind 
die seit dem voraufgegangenen Abschlüsse stattgehabten Auszahlungen 
in Höhe von 66 Artaben in Abzug zu bringen, sodaß ein Rest 
guthaben von 52 Artaben im Staatsspeicher (èv Tapiim) verbleibt.
	        
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