Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn.  40.  Buchführung  des  Staatsspeichers.

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girosachen  getrennt  gewesen  sein,  auch  kann  wiederum  ein  besonderes ­
  Tagebuch  für  die  Einnahmen  und  ein  besonderes  Tagebuch
für  die  Ausgaben  geführt  worden  sein;  über  diese  Verhältnisse
sind  wir  nicht  unterrichtet.  Außer  dem  Tagebuche  sind  Kontobücher ­
  für  die  verschiedenen  Steuergattungen  geführt  worden,
die  möglicherweise  zugleich  die  Steuer-Girokonten  der  Erheber
und  Pächter  waren  (s.  oben  S.  86).  Daneben  müssen  auch  Kontobücher ­
  für  die  verschiedenen  Privat-Giroguthaber  vorhanden
gewesen  sein,  denn  anders  läßt  sich  Soll  und  Haben  für  den  einzelnen ­
  Giroguthaber  nicht  nachweisen.
BGU.  470  (2.  Jahrh.  n.  Chr.)  scheint  ein  Girokontoblatt,
also  ein  Auszug  aus  dem  Kassentagebuche,  für  einen  nicht  genannten ­
  Giroguthaber  zu  sein.  Der  Text  lautet:

iÇ
[ttÎcT  ’Aeî[Tiç?]  'Qp[í]ujvo[ç]  [+—^  x]
nò  AiócTKopoç  KÍTrirapoç  [+-t-]  kI
’ApriTÍujv  \axavo7núX(nç)  +—  t
Tte  TTacríujv  ZapaTríujvo(ç)  +—  9
T—  ZraTiavòç  àòeXqpòç  +—  le
TTC"  TTeTecroOxoç  'Epiéiuç  -H-  iß
õ—  NeíXoç  Aoúttttou  +—  iß
ttZ!  MúcrGriç  TTtoXeiuaiou  +—  Q¿'^
tttP  ZoKpnviç  'HpuKXeíòou  -M-  iZ
õ—  'Hpujvâç  ’Opcrevoúqpeuuç,  ku!
TTacríuiv  TTexeijpeujç  4—  0

Die  zuoberst  stehende  Zahl  16  ist  die  Seitenzahl,  Der  Papyrus ­
  ist  also  Seite  16  des  Kontos  für  den  Giroguthaber  A,  und
zwar  enthält  dieser  Teil  des  Kontos  offenbar  nur  die  Einzahlungen, ­
  die  auf  das  Girokonto  des  A  gemacht  worden  sind.  Daraus
würde  folgen,  daß  für  denselben  Guthaber  A  noch  eine  andere
Abteilung  seines  Kontos  geführt  wurde  zur  Buchung  der  von  ihm
als  Aussteller  zur  Zahlung  angewiesenen  Beträge  (der  Lastschriften).
Die  im  Papyrus  aufgeführten  Namen  sind  die  Girozahler,
welche  auf  das  Konto  des  A  die  rechts  von  den  Namen  auf  geführten ­
  Artabenmengen  eingezahlt  haben.  Links  vor  jedem  Einzahler ­
  sind  die  Seitenzahlen  des  Tagebuches  vermerkt,  wo-*

  Das  Sigel  bedeutet:  (irupoO  dpTdßai).
*  1.  ó|Li(oíujç).  ’  =  9V*-
            
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