Full text: Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

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Diese Tabelle zeigt, daß auch in Jahren mit gleicher durch- 
Berfaíígeít ber Wage fid) bag Ber^anig beg burd)= 
schnittlichen täglichen Rückflusseg zu den durchschnittlich ungedeckten 
täglich fälligen Verbindlichkeiten fortgesetzt verschlechtert hat. So 
wohl im Jahre 1876 wie im Jahre 1896 betrug die durchschnittliche 
Sßerfa%tt ber Wage 36 %age. ^ag Be^aítaig bcg tägigen 
flusses zu den ungedeckten Verbindlichkeiteil war jedoch 1876 3,75 ü /o, 
1896 bagegen nur 3,29 »/o. ^Dte Mre 1883, 1890 unb 1897 ^aíten 
die gleiche durchschnittliche Verfallzeit von 33 Tagen; das Verhältnis 
des täglichen Rückflusses zu den ungedeckten Verbiildlichkeiten hat 
sich jedoch von 4,16 auf 3,65 und 3,47 °/o verschlechtert. Die Ursache 
dieser Entwickelung ist, daß der zur liquiden Anlage verfügbare Teil 
ber eignen 9RWei ber Bans f# im Ber^Unig %u ben tag!# fälligen 
BerbinbH#lten verringert #t; benn bag Beríiâítnig beg tög= 
licheil Rückflusses zu ben ungedeckteil Verbiildlichkeiten ist bei gleicher 
Verfallzeit der Alllage um so ungünstiger, je Heiner die zur Anlage 
verwendeteil eignen Mittel der Bank gegenüber den mlgedeckten 
täglich fälligen Verbindlichkeiten finb 1 . 
y) Andere Gesichtspunkte für die Kapitalerhöhung. 
Einige specielle Gesichtspunkte sprecheil neben den bisher 
dargestellten Erwägungen gang besonders für eine Kapitalerhöhung, 
so vor aKem bte ¿ugbeiinung, meld)e ber &01nbarbveríe^r 
der Reichsbank erfahren hat. Von 1876—1897 hat sich die durch 
schnittliche Lombardaillage der Reichsbank von 50 Millionen aus 
108 Millionen Mark gesteigert, itnb die Umsätze im Lombard 
verkehr sind voll 467 Millionen Mark auf 1553 Millionen Mark 
angewachsen. Um einer weiteren Ausdehnung vorzubeugen, hat die 
Reichsbailkleitung im oerfíofíenen Jahre (1897) den Vorzngszinssatz, 
welcher seit 1884 bei der Lombardierung von Anleihen des Reiches 
und der Bundesstaaten in Anwendung kam (V» % über dem Wechsel- 
% Bei Notenbanken, welche ihr Grundkapital nicht zur Kreditgewährung 
verwenden, sondern es in Effekten festlegen, stellt sich infolgedessen bei gleicher 
durchschnittlicher Verfallzeit ihrer Anlage das Verhältnis des täglichen Rückflusses 
zu den ungedeckten Verbindlichkeiten ungünstiger. Die Verhältnisse der Bank 
von Frankreich im Jahre 1897 bestätigen das. Die durchschnittliche Verfallzeit 
ihrer Anlage war 34 Tage, also fast genau dieselbe wie bei der Reichsbank in 
demselben Jahre. Der durchschnittliche tägliche Rückfluß aus ihrer Anlage betrug 
32 Millionen Fres.; ihre durch Barvorrat nicht gedeckten täglich fälligen Ver 
bindlichkeiten beliefen sich auf 1110 Millionen Fres. Das Verhältnis des täglichen 
Rückflusses zu den letzteren war demnach 2,89 % gegen 3,47 °/o bei der Reichsbank.
	        
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