Full text: Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

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ihres Diskont- und Lombardzinsfußes eintreten lassen und dadurch 
eine entsprechende Erweiterung ihrer Anlage herbeiführen. Zwischen 
diesen beiden Grenzen liegen die möglichen Wirkungen der Kapital 
erhöhung. Volkswirtschaftlich wäre der letztere, rein finanziell der 
erstere Fall der vorteilhaftere. In keinem der beiden Fälle jedoch 
hätte die Reichsbank ein dauerndes Brachliegen ihrer neuen Mittel 
zu besorgeil. 
Für die Frage, wie sich der Reingewinn der Bank infolge der 
Kapitalerhöhung gestalten würde, sinb nun zwei Punkte von Wichtig 
keit: Der Kurs, zu welchem die neuen Anteilscheine begeben werden, 
und der Zinsfuß, zu welchen: sich die der Bank neu zugeführten 
Mittel verwerter: lassen würder:. Der gegernvärtige Kurs der Reichs- 
bankanteilscheine übersteigt 160 %. Rechnet mai: mit einer geringen 
Verminderung der Divideilde infolge der Kapitalerhöhung, so kann 
man als Begebungskurs für die nenen Anteilscheine vielleicht einen 
Kurs von 150 in Rechnung stellen. Hi::sichtlich der Zinserträge, 
welche die neuer: Mittel der Bai:k bringen würden, ist in Betracht 
&U aie#::, boß ei:: meiterea bea 2ombarbDei%#, me^eä 
infolge der Kapitalerhöhung bai:kpolitisch rücht bedenklich wäre, auch 
sür die Zukunft wahrscheinlich ist, namentlich wenn der Vorzugs 
zinssatz für Staatsanleihe,: wieder hergestellt wird. Da die Reichs- 
bank mit ihrem offiziellen Diskontsatz bisher niemals unter 3 %> 
Gegangen ist, ließe fid) eine Berufung i#ö neuen ^pitaía non 
31/a °/o selbst dann mit einiger Sicherheit erwarten, wenn der Lom 
bardverkehr keine wesentliche Ausdehnung erfahrer: würde. Eii:e 
Verzinsung des ihr effektiv zugeführter: Kapitals von SVa °/o bedeutet 
jedoch bei einem Begebui:gskurs von 150 eine Verzinsung des No 
minalkapitals zu 51/4 o/o. Eine Erhöhung des Kapitals um 80 
Millionen Mark (auf 200 Millionen Mark) würde unter diesen Vor 
aussetzungen den jährlicher: Reingewinr: der Var:k um 4,2 Millionen 
Mark steigeri:. Der durchschnittliche Reingewinn in der: letzten sieben 
Jahren (1891 bis 1897) war 15,2 Millionen Mark. Legt man 
bieten Betrag bet Bezwing bea fünftigen ^e:ngeminna a« Gkunbe, 
so würde mon einen künftigen durchschnittlichen Reingewinn vor: 
19,4 Millionen Mark erhalten. Rach dem jetziger: Verteilungsnwdus 
entfielen davon aus das Reich 6,8 Millionen Mark, ans die Anteils- 
eigner 12,6 Millionen Mark oder eine Dividende von 6,3 */o, während 
der Reichsanteil ar: dem durchschnittlicher: Reingewinn der letzten 
sieben Jahre 6,75 Millioner: Mark betragen und die Dividerle der 
^ntet(aeigner # auf 7,04 «/o stellen mürbe, ^e ^toibenbe ber
	        
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