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vermehrt, namentlich der Goldbestand der Reichsbank bedeutend ver
größert werde;
2. Daß der Schutz des deutschen Goldschatzes gegen das Aus
land nicht allein durch die Diskontschraube auf Kosten solider Geschäfte
der Produktion und des Warenhandels, sondern auf Kosten des gold-
bedürftigen Auslandes gesichert werde." —
c) Kritik der GoldPrämienpolitik und ihrer Ein
wirk ung auf den Unterschied zwischen bem deutschen
und französischen Diskontsatz.
«) Die Unabhängigkeit der deutschen Diskontsätze von der
internationalen Goldbewegung.
Soweit in den citierten Ausführungen die Währungsverhältnisse
und der angeblich unzureicheilde Geldumlauf iin allgemeinen, der
Silberbestand der Reichsbank im besonderen, als Grundursachen der
höheren Diskontsätze bezeichnet werden, können wir kllrz über sie
hinweggehen. Die starke Zunahme des beutfdjen Geldumlaufs und
die erhebliche Vergrößerung des Goldbestandes der Reichsbank, welche
seit dem Beginn der achtziger Jahre eingetreten ist, hat oben bereits
eine ausführliche Darstellmlg erfahren. Hier genüge es, daran zu
erinnern, daß von 1881 bis 1897 der durchschnittliche Goldbestand
der Reichsbank von 207 ans 592 Millionen Mk. gestiegen, der Silber
bestand von 350 auf 280 Millionen Mk. gesunken ist, und daß sich
während dieser Zeit die durchschnittliche Golddeckuilg des Roteilmnlaufs
von 28 auf 55 °/o gebessert hat. —
Sowohl dem Gedankengang des „Agrarischeil Handbuchs" als
auch den Ausführungen der Dortmunder Handelskammer liegt nun
weiter die Vorstellung zu Grunde, daß die Diskonterhöhungen der
Reichsbank während der letzten Jahre durch einen Goldabfluß nach
dem Ausland hervorgerufell worden seien. Als Beispiel ist ausdrück
lich der Goldbedarf für Amerika im Herbst des Jahres 1896 an
geführt, welcher die Reichsballk zu einer Erhöhung ihres Diskonts
auf 5 % genötigt haben soll.
Diese Vorstellung entspricht nicht den Thatsachen. Rach der
deutschen Handelsstatistik hat sich Deutschlands Goldverkehr in den
drei Jahren 1896 bis 1898 folgendermaßen gestaltet: