Full text: Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

oerfä# bie ^ei^ãbattí. 3)er mefentïl^e Unterzieh gegenüber ber 
Praxis ber Bank von Frankreich liegt barin, baß biese bethen Banken 
ihre Noten auf Verlangen stets in Lanbesgolbmünzen zu ihrem Nenn 
wert einlösen. Sie können beshalb ben Verkaufspreis für Golbbarren unb 
frentbe Golbmünzen nur um soviel über ben Münzpreis erhöhen, als 
bie Ausmünzungskosten unb bie Abnutzung ber Golbstücke betragen; benn 
sobalb sie ihreit Preis stärker erhöheit, ist es vorteilhafter, Lanbesgolb- 
münzen voit ihnen zu verlangen, als Golbbarren unb frembe Golb- 
ntüngm ron i^ten ;u (onsen. SDte miti non ^antretd) bagegen (amt 
babnrdb, ba^ sie bie &erauëgabe non gattbeãgoíbinüttgen überbauet 
nemeigert mtb stt^ ans % 9#t, in Stiber )tt gavien, beruft, ben 
Verkaufspreis ber Barren mtb Sorten, ihre „Prämie", bis zu betn 
Betrag, um welchett bas Silbergelb entwertet ist, erhöheit, b. i. prak 
tisch bis ins Ungemessene. Häufig erhebt sie bie „Prämie" nicht in 
ßorm etneë erböten Wanfëpretfeë, fottbern rerfteát, 9. tnbent 
sie Golb nur gegen zur Diskontierung einzureicheitbe Wechsel mit 
iaitger - ettra 75 tägiger — ÄerfoK&ett beranëgiebt. ^ier ftedt bie 
Prämie" in ben gittfen für bte längere Satisfit beë ^e(bfeíã. 
Alles in allem besteht also bie Prämienpolitik barin, baß bte 
8an( ron baë ibr #ebenbe W, in enttrertetem unb 
für ben Auslanbsverkehr unbrauchbarem Silbergelb ztl zahlen, bazu 
benutzt, um bas voit ihr zu liefernbe exportfähige Golb zu verteuern. 
Die Aithäiiger ber Prämienpolitik behaupten nun, baß biese 
Verteuerung bes exportfähigen Golbes einem Golbabfluß ebenso gttt 
ober besser entgegenwirke, als eine Diskonterhöhung; sie behaupten 
ferner, bte ^iÖ(ontpotttt( trtr(e ber Wbauëfubr entgegen um ben 
hohen Preis einer bte ganze Volkswirtschaft treffenben Gelbverteuerung, 
mä^enb bte SßrönttenpoW biefeibe 2ßtr(uttg errette, tnbent sie 
lebiglich bie „spekulative Golbarbitrage" ober bas „golbbebürftige 
Auslanb" belaste. 
5) Die Agitatioit für bie Golbprä mien Politik t n 
Deuts chlanb. 
SDiefe ^ebaitftungen geben ron ber ^a^rlte^lnnng anã, ba^ 
d» Reichsbank feit dem Jahre 1896 mit ihrem Diskontsatz regel- 
mäbia im letzten Quartal bis auf 5°/« in die Höhe gegangen ist, 
mährend die Bank oon Frankreich seit 1895 bis in die allerjüngste 
»eit ihren Diskontsatz non 2°/° unverändert beibehalten hat. „Warum 
zahlt der Deutsche 5»/°, der Franzose 2«/» Bankdiskont?" ist der Titel 
einer bimetallistischen Flugschrift, in welcher dieses Verhältnis zu 
schweren Angriffen gegen die Diskontpolitik der Reichsbank ausgenutzt ist.
	        
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