Full text: Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

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richtung und die glänzende Ausbildung des Giroverkehrs einen 
großen Anteil. 
Durch die Ausgestaltung des Giroverkehrs wurde die Er 
sparung von Bargeld-Übertragungen in ausgedehnten: Umfang her 
beigeführt, der Zahlungsverkehr erleichtert und verbilligt, eine aus 
giebigere Ausnutzung der vorhandenen Umlaufsmittel möglich gemacht. 
Inwiefern durch den Giroverkehr Bargeld-Übertragungen erspart 
werden, das bedarf keiner Erläuterung; denn das Wesen des Giro 
verkehrs ist ja die Ausgleichung von Zahlungen durch Übertragungen 
in den Büchern einer Bank von einem Guthaben aus ein anderes. 
Diese Überschreibung ist, namentlich wenn es sich um größere Summen 
handelt, und wenn der Giroverkehr praktisch eingerichtet ist, be 
quemer und billiger als die Übertragung von Bargeld. Solange 
indes die den Giroverkehr pflegenden Banken die Giroguthaben 
nicht zur Kreditgewährung verwenden, sondern den vollen Betrag der 
Guthaben in effektivem Bargeld in ihren Kellern aufbewahren, kann 
wohl von einer Ersparung von Bargeld-Übertragungen die 
Rede sein; zu einer ausgedehnten Ersparung von Bargeld selbst 
hat der Giroverkehr erst durch seine Verbindung mit den: Diskont 
geschäft geführt. 
Die Erfahrung hat gezeigt, daß, ähnlich wie niemals die Noten 
einer großen Bank auf einen Schlag zur Einlösung präsentiert werden, 
ebenso auch niemals — selbst nicht in Zeiten wirtschaftlicher und 
politischer Krisen — eine plötzliche und völlige Zurückziehung der 
Girogelder zu gewärtigen ist. Atan hat im Gegenteil in kritischen 
Zeiten wie eine Ausdehnung des Notenumlaufs, ebenso eine Ver- 
stärkung der Giroguthaben bei den großen Centralbanken beobachtet. 
Der Grund ist, daß der einmal an die Giroübertragungeu gewöhnte 
Geldverkehr diese Einrichtung auch in kritischen Zeiten ebensowenig 
entbehren kann wie die Banknoten; daß vielinehr der Geldverkehr 
gerade in kritischen Zeiten, in welchen das allgemeine Mißtrauen 
Wechsel, Checks und andere private Geldsurrogate zum Teil un 
brauchbar macht, in viel stärkerem Maße auf die Einrichtungen zurück 
greifen muß, welche die wichtigsten und angesehensten Bankinstitute 
zur Erleichterung von Zahlungsausgleichungeu getroffen haben, und 
unter diesen nimmt der Giroverkehr einer gut geleiteten Centralbank 
die erste Stelle ein. Außerdem kommt in Betracht, daß bei der 
modernen Organisation des Geld- und Bankwesens die wichtigsten 
Inhaber von Girokonten, nämlich die großen Banken, an der Central 
bank einen unentbehrlichen Rückhalt haben, daß sie sich infolgedessen
	        
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