Full text: Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

Infolge dieser gewaltigen Goldankänfe hat die Reichsbank seit 
dem Jahre 1881 ihren Goldvorrat beträchtlich erhöht. Von 207 
Millionen Mark im Durchschnitt des Jahres 1881 ist ihr Goldbestand 
bis auf 705 Millionen Mark im Jahre 1895 gestiegen; in den letzten 
zwei Jahren hat er hauptsächlich infolge des vermehrten inländischen 
Bedarfes wieder um etwa 100 Millionen Mark abgenommen. 
Weitaus der größte Teil der Goldankäufe der Reichsbank ist dem 
freien Verkehr zu gute gekommen. Seit dem Beginn des Jahres 1884 
dürfte sich der gesamte Vorrat Deutschlands an Goldgeld von etwa 
1650 Millionen ans etwa 2900 Millionen Mark vermehrt haben'. 
Dieser große durch die Reichsbank vermittelte Goldzufluß hat 
vor allem die Wirkung gehabt, die deutsche Goldwährung erheblich 
zu kräftigen. Mehr als drei Viertel des gesamten deutschen Metall 
geldbestandes kommen heute auf das Gold; der Anteil des Silber 
geldes ist seit 1879 von 85,7% auf 22% des deutschen Metall 
geldes zurückgegangen. Vor allem aber hat die Zusammensetzung des 
Metallvorrates der Reichsbank eine außerordentliche Besserung erfahren. 
Während das Gold im Durchschnitt des Jahres 1881 nur 37,2% 
des Metallvorrates der Reichsbank allsmachte, ist sein Anteil bis zum 
Jahre 1897 alls etwa 68 % gestiegen. Die durchschnittliche Gold 
deckung .des Notenumlaufs der Reichsbailk, welche im Jahre 1881 
nur 28% betrug, war in den letzten zwei Jahren etwa 55%. Es 
ist also der Reichsbailk im weitesten Umfang gelungen, ihre eigene 
Stellung zu frästigen und die Gefahr, mit welcher die vorzeitige 
Eillstellung der Silberverkänfe die deutsche Valuta bedrohte, zu be- 
seitigell oder wenigstens erheblich zu oerringern. 
d) Die Anpassung an die Veränderungen des deutschen 
Geldbedarfs. 
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erfreuliche Ergebnis gezeitigt hat, ailch die Aufgabe erfüllt, den An 
sprüchen des gesteigerten Geldbedarfs der deutschen Volkswirtschaft 
zu genügeil, ohile durch eine übermäßige Ausgabe von nngebedften 
Noten die Sicherheit des deutschen Geldwesens zu gefährden. Eine 
Vergleichung der deutschen Goldprägungen seit 1887 mit denjenigen 
Frankreichs unb Englands ergiebt, daß Deutschlaild bei weitem den 
ftärksteil Zuwachs für seine Goldcirkulation zu verzeichileil hat. In 
1 <5\et)e meine diesbezüglichen Berechnungen in den Beiträgen zur Ge 
schichte der deutschen Geldreform, S. 488 ff.
	        
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