Full text : Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

fälligen  Verbindlichkeiten  der  Bank  von  etwa  900  Millionen  Mark
im  Durchschnitt  des  Jahres  1876  auf  1550  bis  1600  Millionen  Mark
im  Durchschnitt  der  letzten  Jahre  gestiegen.  Während  im  Jahre
1876  die  eignen  Mittel  der  Bank  sich  ans  14,5  %  der  täglich
fälligeil  Verbindlichkeiten  beliefen,  betragen  sie  heute  nur  noch  9,6  °/o.
Wenn  man  den  nicht  immobilisierten  und  mithin  zur  Kreditgewährung
verfügbaren  Teil  der  eignen  Mittel  in  Betracht  zieht,  hat  sich  das
Verhältnis  zu  den  täglich  fälligen  Verbindlichkeiten  noch  mehr  verschlechtert, ­
  ilämlich  von  13,1  alls  7,6  °/o.  Eine  beträchtliche  Erhöhung ­
  des  Grundkapitals  würde  hier  lediglich  das  ursprüngliche
Verhältnis  wiederherstellen  und  damit  zu  einer  Stärkung  der  gesamten ­
  Position  der  Reichsbank  beitragen.
Von  diesen  Gesichtspunkten  alls  läßt  sich  die  Erhöhllilg  des  Grundkapitals, ­
  wenn  auch  nicht  für  unbedingt  notwendig,  so  doch  wenigstens
für  vorteilhaft  erklären.
Wie  stark  das  allgemeine  Gefühl  dafür  ist,  daß  die  eigneil
Mittel  der  Reichsbank  nicht  nlehr  im  richtigen  Verhältnis  zu  ihrem
so  stark  ausgedehnten  Geschäftsumfang  stehen,  zeigt  sich  deutlich  in
dein  Unlstand,  daß  —  wenn  heute  die  Reichsbank  neu  zu  gründen
wäre  —  allgemein  ein  beträchtlich  höheres  Grundkapital  als  120
Millionen  Mark  für  wünscheilswert  gehalten  werden  würde.
ß)  Die  Wirkungen  einer  Kapitalerhöhung  auf  die  Notendeckung
und  die  A  n  l  a  g  e.
Der  Satz,  daß  durch  eine  Verbesserung  des  Verhältnisses  zwistheil
den  eignen  Mitteln  der  Reichsbank  nnb  ihren  täglich  fälligen  Verbiildlichkeiteil
  die  Position  der  Bank  gekräftigt  würde,  ist  so  allgeineiller
  Natur,  daß  zllr  Erläuterung  desselbeil  eine  Darstellung  der
konkreten  Wirkungen  einer  Kapitalerhöhung  notwendig  erscheint.
Zu  diesenl  Vehllf  greifen  wir  ans  die  Ausführungen  zurück,  in
welchen  wir  die  Anschauung  voll  der  nninittelbaren  Wirkung  der
Kapitalerhöhung  auf  den  Barvorrat  kritisiert  haben.  Die  Einzahlungen ­
  auf  die  neueil  Anteilscheine  sonnten  geschehen  in  Bargeld,
iil  Roteil,  durch  Abschreibuilg  von  Girokonteil  nnb  durch  Einreichung
von  Wechselil  oder  Schaffung  voll  Lombardsorderuilgeil.  Der  Mehrbetrag, ­
  welcher  sich  ill  der  Bilallz  der  Reichsbank  auf  der  Seite  der
Passiva  infolge  der  Vermehrung  des  Grundkapitals  findeil  würde,
würde  sein  Gegengewicht  finben  in  einer  Verminderung  der  anbern
Passivposteil,  nämlich  der  Noteil  und  fremdeil  Gelder,  nnb  in  einer
Vermehrung  der  Aktiva,  nämlich  des  Barvorrats  und  der  Anlage.
Weilli  —  was  höchst  wahrscheiillich  ist  —  beides  zusammen  eintreten
            
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