Full text : Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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und  Kaufleute  überlassen  war,  prosperirten  ihre  Niederlassungen
rasch.  Spanien  und  Portugal,  die  von  Staatswcgen  coloniftrten,
hşiben  von  ihren  großen  überseeischen  Besitzungen  verhältnißmäßig
wenig  erhalten.  —  Erst  als  die  englisch-holländischen  Privatunternehmungen ­
  mächtige  Reiche  geworden  waren,  griffen  die  Regierungen
mehr  in  ihre  Verwaltung  ein.  Es  wäre  daher  gewiß  sehr  empfehlenswerth,
  daß  event,  auch  im  Deutschen  Reiche  die  Colonisation  von
Privaten  in  die  Hände  genommen  und  von  diesen  eine  genossenschaftliche ­
  Organisation  tüchtiger  Auswanderungs-Elemente  geschaffen
lvürde,  daß  sich  über  ganz  Deutschland  verzweigte  capitalmächtige
Genossenschaften  bildeten,  deren  natürlicher  Sitz  Hamburg  und  Bremen
als  Ausgangspunkt  der  bereits  bestehenden  und  der  mit  staatlicher
subvention  noch  zu  errichtenden  Dampferlinien  wären.  Von  der
Centralleitung  dieser  Gesellschaften  würden  qualificirte  Agenten  auszusenden ­
  sein,  welche  das  zu  erwerbende  Land  sorgfältig  zu  prüfen,
die  deshalb  nöthigen  Verträge  abzuschließen  und  später  die  Colonisation ­
  unter  dem  Schutze  des  Reiches  zu  leiten  und  zu  überwachen
Hütten.  —  Bei  dem  großer!  Geschicke  der  Deutschen  zur  Colonisation
würden  dann  deren  Niederlassungen  bald  gedeihen,  Deuffchland
seinen  wirthschaftlichen  Horizont  mehr  und  mehr  erweitern,  dessen
Jugend  ein  neues  großes  Arbeitsfeld  eröffnen,  den  kranken'Säften
Abzug  nach  außen  verschaffen,  wo  sic  die  Gebiete  befruchten  würden,
welche  nur  auf  die  bildende  Menschenhand  warten  und  ein  Neu-Deutschland
  errichten,  wenn  ìvir  Deutschen  nur  energisch  zu  handeln
wissen.
^ie  erworbenen  Gebiete  würderr  dem  deuffchen  Handel  und
Gcwcrbflcisik  neue  Abfatzqnà  und  Märkte  eröffnen,  deren  dieselben
sehr  bedürfen.
Die  Behauptung,  daß  die  Welt  bereits  vertheilt  sei  und  für
uns  kein  Raum  mehr  zur  Colonisation  vorhanden  sei,  ist  durch
Fabri,  Hoppe,  Schleiden,  G.  Rohlfs  u.  A.  widerlegt,  allerdings
gilt  es.  nicht  zu  särrmen,  nicht  zu  warten,  bis  andere  Nationen  auch
aus  die  noch  colonisationsfreien  Gebiete  die  Hand  legen.
            
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