Full text : Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

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ficlöft  werden  würden,  sobald  der  Rausch  verflogen  wäre  und  daß
sich  also  eine  reine  Maitressen-  und  Bordcllwirthschaft  entwickeln
würde,  welche  allmählich  sich  auf  alle  Schichten  der  Bevölkerung
ausdehnen  und  alsbald  deren  geistige,  sittliche  und  Physische  Lebenskraft ­
  bis  zur  gänzlichen  Auflösung  zerfressen  würde,  das  wird
freilich  von  den  Führern  der  Socialdemokratie  entweder  nicht  zugegeben ­
  oder  absichtlich  verschwiegen.
Uebrigens  bürste  jede  leichtere  Lösung  der  geschlechtlichen  Verbindungen
  mehr  den  Männern  als  den  Frauen  zugute  kommen,  ja
letzteren  würde  unter  dem  Scepter  der  freien  Liebe  in  der  Regel
ein  jammervolles  Schicksal  bevorstehen;  nach  dem  Verluste  ihrer
^ungsiälllichkeit  und  persönlichen  Reize  würden  sie,  von  keinem
Manne  mehr  begehrt  und  unterhalten,  ohne  Rückhalt,  wie  ihn  das
heutige  Familienrecht  gewährt,  dastehen,  wären  lediglich  auf  ihre
eigenen  Kräfte  angewiesen  unb  hätten,  wenn  diese  durch  übermäßigen
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letzt  nur  noch  die  Freiheit,  zu  verzweifeln  und  zu  verhungern.
Eine  fernere  Folge  der  sog.  freien  Liebe  würde  die  sein,  daß
die  in  derselben  erzeugten  Kinder,  schon  weil  deren  Väter  selten  zu
cnnittcln  wären,  bis  zum  Eintritt  ihrer  Erwerbsfähigkeit  auf  Staatskosten ­
  ernährt  und  erzogen  werden  müßten.  Diese  Kosten  würden
z.  B.  für  das  Deutsche  Reich  bei  einer  jährlichen  Bcvölkerungszunahmc
  von  mindestens  400  000  Seelen  jährlich  mit  je  nur  150  Mark
berechnet,  die  ungeheure  (Summe  von  60  Millionen  Mark  im  ersten
^ahre  und  in  den  nächsten  darauffolgenden  12  Jahren  je  ebenso
viel,  also  bis  zum  Eintritt  der  Erwerbsfähigkeit  zusammen  780  Mil-Itoiteit
  Mark  für  jede  Altersklasse  betragen  und  hierzu  würden
noch  die  Unterhaltungskosten  für  die  Mütter  während  ihrer  Erwerbsunfähigkeit ­
  nach  der  Niederkunft  mit  20  Millionen  Mark
sommeil,  sich  mithin  ein  Gesammtbetrag  von  800  Millionen  Mark
ergeben.
            
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