Metadata: Die Industrialisierung der deutschen Landwirtschaft, eine neue Phase kapitalistischer Monopolherrschaft

Feld- und Stallbahnen usw.) Die Maschine ersetzt auch tierische 
Arbeit; an die Stelle der Pferde- und Ochsengespanne treten Trak- 
toren und Motorpflüge usw. Beide Prozesse stellen menschliche Ar- 
beitskräfte frei, nur ein Teil der bisher verwendeten Kräfte findet 
als Maschinenführer Verwendung, Die Zahl der gelernten ständigen 
Landarbeiter wird dadurch zugunsten der Masse der Handlanger, 
also der fluktuierenden Saisonarbeiter: verringert. Die fortschrei- 
tende Spezialisierung der Landwirtschaft wirkt in derselben Rich- 
tung. Der rationelle Agrarkapitalist verkauft nicht nur die Zugpferde 
im Herbst, um im Frühjahr neue anzuschaffen, er entläßt auch den 
Arbeiter nach der Ernte und stellt neue im Frühjahr ein, 
Folgende Beispiele sollen die Auswirkung der Rationalisierung 
auf die Beschäftigung. menschlicher Arbeitskraft in der Landwirt- 
schaft illustrieren. Nach den Angaben der auf den hier aufgeführten 
Gütern seßhaften Landarbeiter wirkte sich die Anschaffung von 
Maschinen in Verbindung mit‘ den verschärften Ausbeutungs- 
methoden wie folgt auf den Bestand der Arbeiter aus: 
Name, Größe in Morgen - Arbeiter vor Arbeiter nach 
Anschaffung. Anschaffung 
80—90 
50—60 
45—50 
27—30 
Z0—RO 
Groß-Salitz, etwa 5000 
Schönwolde, 3000. . 
Neuendorf, 1800 
Alt-Steinbach, 780 
Roggendorf, 4000 
Hieraus ist deutlich zu erkennen, daß der Großgrundbesitz in 
der Durchführung der Rationalisierung in erster Linie darauf be- 
dacht ist, auf der Ausgabeseite seines Haushaltsplanes das Lohn- 
konto, das’ er sicher übertriebenerweise mit 35 Prozent der gesamten 
Wirtschaftskosten angibt, herabzudrücken, * Wie. ihm das dadurch 
auch gelingt, zeigt die in folgender Tabelle errechnete Ersparnis 
an Lohngeldern durch.die Einschränkung der beschäftigten Arbeiter. 
Name des Gutes: früher 
Mk. 
Groß-Salitz 68 006 
Schönwolde 48 000 
Neuendorf 40 000 
Alt-Steinbeck 32 000 
Roggendorf 60 000 
In der Feldwirtschaft, die im Rationalisierungsprozeß des Groß- 
grundbesitzes die größte Rolle spielt, äußert sich die kauf- 
männische Wirtschaftsform in der Befolgung von 2 Grundsätzen: 
1. Planmäßige Durchführung : eines rationell durchdachten 
Fruchtfolgeplanes, und ) 
2. grundsätzliche Erledigung jeder Arbeit in e inem Arbeits- 
gang, 
jetzt 
{n der Befolgung dieser Grundsätze soll wiederum in erster Linie 
sine. Freparnis in menschlicher Arbeitskraft erreicht werden. Der
	        
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