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wesen sein kann, auch nicht eine Zwischenart, denn jedes Indi
viduum könnte auch wiederum nur ein Individuum, das sich
inzwischen zu einer Hähern Art entwickelt hätte, erzeugen, es
sei denn, daß der Affe sich wie der Polyp noch beliebig ver
vielfältigen lassen könnte. Diese Fähigkeit muß derselbe beim
Durchlaufen der verschiedenen Stadien seiner Entwickelung,
vielleicht schon beim Uebergange zu der ihm nächstfolgenden
Art eingebüßt haben, sonst hätte dieselbe doch bei allen späteren
Zwischenartcn bis zum Affen und Menschen hinauf bemerkbar
sein müssen.
Sind beiden aber diese und noch andere werthvolle Fähig
keiten ihrer Borartcn, z. B. zu fliegen, zu klettern, im Wasser
zu leben und andere mehr verloren gegangen, so Hütten sie ja
diesen gegenüber Rückschritte in ihrer Entwickelung gemacht!
Die sehr nahe liegende Frage, wie die nur in warmen Ge
genden lebenden Affen Tausende von Meilen von ihrem Heimath-
lande entfernt, selbst in eisige und unwirthbare Gefilde gelangt sind,
um dort als Menschen weiter zu leben, wird von den Darwinisten
wohlweislich mit Stillschweigen übergangen.
Wir möchten hier noch einer kurzen Erwägung Raum geben:
Ist der Mensch wesentlich nur ein Thier, wie der Materialismus
lehrt, so sind — nach den praktischen Schlußfolgerungen der in der
Menschheit wuchernden thierischen Triebe — die Lüste auch legitim,
und demgemäß gestaltet sich die Praxis. Alle Cultur geht von
einem Culturprincipe aus, das ihre Seele ist und der ganzen Cultur-
euttvickelung die Direction verleiht. Deshalb wird der theoretische
Materialismus von dem practischen Bestialismus mit leidenschaft
licher Hast ergriffen und triumphirend als Freibrief ausgerufen.
Die große Masse der Menschen hat den Talisman der Bildung
nicht, und seit der Materialismus sie lehrt, daß sie blos wesenlose
Automaten sind, lachen sie natürlich darüber, daß man ihnen, da
sie doch nur als physikalische und chemische Wirkungen existiren,
Tugend predigt, Das ist die Folge. Der berühmte Sprachforscher