Full text : Der Zukunftsstaat und die Lösung der socialen Frage

45

Zwecke  der  Schöpfung,  über  die  gchcimnißvolle  Organisation
der  übernatürlichen  Welt  so  gut,  wie  nichts  wissen.  Wenn
man  indeß  das  Ueberirdische  nicht  versteht  oder  begreift,  so
ist  das  noch  keineswegs  ein  Beweis  für  dessen  Nichtvorhandcnsein.

Doch  dürfte  das,  was  gegen  eine  materialistische  Weltanschauung ­
  bereits  angeführt  worden  ist,  genügen,  uns  von
ihrer  Unrichtigkeit  und  Unwahrheit  zu  überzeugen;  sie  ist  nichts
weniger  als  geeignet,  den  Glauben  an  ein  Dasein  Gottes  und
an  eine  Unsterblichkeit  unserer  Seele  zu  erschüttern,  geschweige
denn  ihn  zu  vernichten.  Und  dieser  Glaube  wird  in  uns  erst
recht  zur  festen  Ueberzeugung  erstarken,  wenn  wir  uns  mit
den  dafür  sprechenden  Argumenten  gehörig  vertraut  gemacht
haben,  sie  vorurtheilsfrei  prüfen  und  nicht  durch  Zweifelsucht
ihr  Eindringen  in  unser  Inneres  zu  erschweren  suchen.

10.  Argumente  für  das  Dasein  Gottes.
Es  bürste  am  Platze  sein,  diesen  Argumenten  und  zwar  zunächst ­
  denen  für  das  Dasein  Gottes  naher  zu  treten.
1.  Bei  allen  Völkern  unserer  Erde  treffen  wir  den  Glauben  an
ein  oder  mehrere  höhere  über  dem  Menschen  stehende  Wesen
an;  die  größten  Philosophen  aller  Zeiten  sind  für  diesen
Glauben  eingetreten  und  übereinstimmend  zu  der  Ueberzeugung
gelangt,  daß  derselbe  nicht  Gegenstand  der  „aturwisscnschaftlichen
  Forschung  sein,  und  eine  solche  auch  nie  zu  einem  befriedigcnden
  Resultate  führen  könne.  Es  muß  also  etwas  im
Wesen  des  Menschen  liegen,  was  diesen  Glauben  hervorbringt.
Allerdings  können  wir  uns  von  Gott  keine  Vorstellung
schaffen,  denn  da  müßten  wir  ihn  gesehen  und  sprechen  gehört
haben,  gleichwohl  bildet  sich  der  denkende  Mensch  Gott  als  ein
Wesen  mit  menschlicher  Gestalt,  weil  ihm  diese  als  die  vollkommenste
  erscheint.  Und  dies  liegt  so  natürlich  unb  nothwendig ­
  in  der  Entwickelung  des  menschlichen  Wesens,  wie  es
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.