Full text : Preußisches Landbuch

Moses  Alexandersche  Stiftung,
begründet  von  dem  am  25.  März  1840  verstorbenen  jüdischen  Gutsbesitzer ­
  Moses  Alexander,  welcher  der  Jndcngemcinde  zu  Neustadt
a.  W.  ein  Kapital  von  2000  Thlr.  mit  der  Bestimmung  hinterließ,  daß
die  Zinsen  desselben  zu  dem  jedesmaligen  Rabbiner  der  Gemeinde
als  eine  Verbesserung  seines  Einkommens  zufließen,  zu  zur  Ausstattung ­
  armer  jüdischer  Mädchen  in  Neustadt  und  Miloslaw  verwendet
werden  sollten.
Alexandra  -  Stiftung.
Die  Statuten  derselben  erhielten  am  31.  Oktober  1856  die  landesherrliche
  Bestätigung.  Kaiser  Nikolaus  von  Rußland  übermittelte  am
13.  Juli  1852  dem  damaligen  Protektor  der  „Berliner  gemeinnützigen
Ballgesellschaft"  (s.  d.  A.)  Prinzen  von  Preußen  für  diese  Gesellschaft
em  Geschenk  von  1000  Dukaten,  mit  dem  Hinzufügen,  daß  dieses  Kapital ­
  zu  Ehren  dieses  Tages,  als  des  Geburtstages  der  Kaiserin
Alexandra  von  Rußland,  gebornen  Prinzessin  von  Preußen,  den  Namen: ­
  „Alexandra-Stiftung"  führen  und  die  Bestimmung  erhalten  solle,
welche  der  durchlauchtigste  Protektor  demselben  geben  wolle.  Durch
anderweite,  theils  von  Mitgliedern  der  Königlichen  Familie,  theils  von
Privaten  ber  Stiftungs-Summe  hinzugefügten  Geschenke,  so  wie  durch
die  aufgelaufenen  Zinsen  erreichte  das  Kapital  die  Hohe  von  10,500
îļ)ļr.  und  die  Stiftung  sollte  ins  Leben  treten.  Der  Zweck  derselben
war,  in  verschiedenen  Stadttheilen  Berlins  oder  vor  dessen  Thoren  gesunde ­
  und  zweckmäßig  eingerichtete  Wohnungen  für  Arbeiter,  Handwerker ­
  und  andere,  den  weniger  bemittelten  Klassen  angehörige  Einwohner ­
  Berlins  von  ordentlicher  und  sittlicher  Führung  zu  erwerben  oder
herzustellen  und  an  diese  zu  vermiethen.  Um  für  den  genannten  Zweck
in  möglichst  großem  Umfange  wirken  zu  können,  war  eine  „Aktien-Baugesellschaft
  Alexandra-Stiftung"  zusammengetreten  und  das  Grundkapital
derselben  auf  200,000  Thlr.  in  2000  Aktien  à  100  Thlr.  auf  jeden
Inhaber  lautend,  festgesetzt.  Bon  den  reinen  Rrvenüen  der  Stiftung
wird  ^  in  Abzug  gebracht  und  dem  Ausschüsse  behufs  Berwcndung  im
Interesse  der  Miether  zur  unbeschränkten  Verfügung  gestellt;  ^  ’&j cu t
zur  Amortisation  der  Aktien,  und  der  Rest,  welchem  auch  das"-à  in
dem  Falle  zuwächst,  wenn  der  Ausschuß  dasselbe  nicht  für  die  Miether
verwendet,  wird  als  Dividende  vertheilt.  Die  Alexandra-Stiftung  erhält ­
  so  viele  Dividenden,  wie  sie  volle  100  Thlr.  in  die  Gemeinschaft
eingeschossen  hat.  Die  statutenmäßig  zur  Amortisation  gelangenden
Aktien  werden  durch  das  Loos  bestimmt.  —  Das  Vermögen  der  Stiftung
erhielt  einen  ansehnlichen  Zuwachs  durch  das  Vermächtniß  eines  Ungenannten ­
  von  27,000  Thlr.  in  zinstragenden  Papieren.  Nach  dem  Jahresbericht ­
  von  1864  war  ein  neues  Grundstück  für  18,000  Thlr.  erworben; ­
  in  vier  Häusern  befanden  sich  103  Wohnungen  und  460  Personen. ­
  Aktien  kursirten  521  im  Betrage  von  52,100  Thlr.  Kassenbestand
  32,400  Thlr.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.