Full text : Preußisches Landbuch

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der  Lehrer  zu  Schmarse  (Oels),  j  wird  zur  Anschaffung  von  Büchern
für  arme  Kinder  benutzt.
Prinz  Ferdinand  von  Preußen,
vermachte  der  Stadt  Sonnenburg  ein  Kapital  von  1000  Thlr.,  bessert
Zinsen  unter  die  Armen  der  Stadt  vertheilt  werden.
Gottlob  Samuel  Ficker,
Medizinalrath  und  Stadt-Physik«-  zu  Liegnitz  (f  1828),  legirte
1000  Thlr.  zu  einem  Stipendium.  Die  nächste  Anwartschaft  auf  dasselbe ­
  haben  die  Mitglieder  und  Abkömmlinge  seiner  Familie;  event,
soll  ein  armer  Studiosus  medicinae  ans  Liegnitz  oder  aus  dem  Kreise
Liegnitz,  endlich  ein  Nieder-Schlesier,  wenn  er  und  so  lange  er  in
Breslau  studirt,  doch  nie  über  drei  Jahre  dasselbe  genießen.
Joh.  Eleonore  Ficker,
Demoiselle  (t  zu  Berlin  am  14.  November  1834)  setzte  das  dortige
Friedrichs-Waisenhaus  zum  Universal-Erben  ein.  Die  legirten  Kapitalien ­
  sollen  getrennt  bewahrt  und  verwaltet  werden.  Die  Erbschaft
betrug  49,850  Thlr.  incl.  4000  Thlr.  Gold.  Die  Zinsen  sollen  verwendet ­
  werden,  1)  daß  zwei  der  tüchtigsten  Lehrer  und  zwei  Lehrerinnen
eine  jährliche  Zulage  von  je  50  Thlr.,  und  allenfalls  noch  besondere ­
  Gratifikationen  bis  jährlich  100  Thlr.  erhalten;  2)  sollen
jährlich  100  Thlr.  zu  Prämien  für  die  besten  Kinder  beiderlei  Geschlechts ­
  verwendet  werden;  3)  sollen  800  Thlr.  für  Kinder  beiderlei
Geschlechts  verwendet  werden,  um  ihnen  bei  ihrer  Entlastung  aus  dem
Waisenhausc  zu  einem  besseren,  weiteren  Fortkommen  eine  Unterstützung
zu  gewähren;  schwächliche  Kinder  sind  besonders  zu  berücksichtigen;
4)  der  noch  bleibende  Ueberschuß  soll  zur  Berpflegung  und  zum  Unterhalt ­
  solcher  kleinen  Kinder  verwendet  werden,  die  nach  der  Lokalität  in
dem  sogenannten  kleinen  Institut  nicht  mehr  Platz  finden;  sie  sind  bei
guten  Leuten  unterzubringen,  (auch  bloß  mutterlose  Kinder),  und  für
jedes  Kind  können  monatlich  4  Thlr.  gezahlt  werden;  cs  ist  eine  Aufseherin ­
  zu  ernennen,  die  diese  Kinder  monatlich  wenigstens  ein  Mal  besucht ­
  und  dafür  eine  jährliche  Remuneration  von  50  Thlr.  erhält.
Demoiselle  Ficker  errichtete  ferner  bei  dem  Schindlerschen  Waisenhause ­
  zwei  Stiftungen,  nach  welchen  1)  Vater-  und  mutterlose  Waisen
weiblichen  Geschlechts  aus  dem  mittleren  Bürgerstandc,  die  das  20.
Lebensjahr  noch  nicht  überschritten  haben,  und  kein  eigenes  Vermögen
über  500  Thlr.  besitzen,  bei  fortwährend  guter  Aufführung  bis  zum
zurückgelegten  20.  Lebensjahre  eine  jährliche  Unterstützung  von  25  Thlr.
in  Friedrichsd'or  erhalten  sollen;  2)  vatcr-  und  mutterlose  Knaben
aus  dem  mittleren  Bürgerstandc,  die  das  8.  Lebensjahr  bereits  erreicht,
das  11.  Lebensjahr  aber  noch  nicht  überschritten  haben,  und  kein  eigenes
Vermögen  über  500  Thlr.  besitzen,  zu  ihrer  Ernährung,  Erziehung  und
Ausbildung  in  dem  gedachten  Waisenhause  aufgenommen  werden  sollen.
Die  Auswahl  der  aufzunehmenden  Knaben  und  Mädchen  beschränkt  sich
nicht  auf  Berlin,  sondern  erstreckt  sich  auf  die  ganze  Monarchie.  Endlich
            
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