Full text: Preußisches Landbuch

181 
12 für jenes und 10 für diese), sowie die im Genuffe des v. Laden- 
ber gschcn Stipendiums sich befindenden Forst-Eleven sind von beiden 
Zahlungen befreit. Sonstige Befreiungen oder Erleichterungen können 
ausnahmsweise nur vom Finanz-Minister bewilligt werden. Vgl. von 
Ladenberg, v. R e u ß - Stiftung. 
Fortbildungs-Anstalten zu Berlin. 
Ein städtisches Institut, mit dem Friedrichs-Gymnasium, der Königs- 
städtischcn und der Louifenstädtifchen Real-Schule verbunden. Sic sollen 
den bereits aus der Schule in das Gewerks- und Gefchäftsleben ein 
getretenen jungen Leuten Gelegenheit geben, theils die Lücken auszu 
füllen, welche ein früher vernachlässigter Schul-Unterricht in ihrer Bil 
dung gelüsten hat, theils die in der Schule gewonnenen Kenntnisse und 
Fertigkeiten zu befestigen und zu erweitern, theils endlich einen höheren 
Grad wissenschaftlicher Bildung zu erwerben, wenn der Lebensberuf oder 
ein inneres Bedürfniß das Verlangen danach erweckt. Die Fortbildungs 
Anstalten berücksichtigen daher nicht nur die früheren Schüler der Ele 
mentar-Schule (im Allgemeinen den Handwerkerstand), sondern auch 
die früheren Zöglinge der höheren Bürgerschule (den Kaufmanns- und 
Gcwerbcstand). Handwerks-Lehrlinge haben die Sonntagsschulcn 
zu besuchen und werden in die Fortbildungs-Anstalten nur aufgenom 
men, wenn sie die dazu erforderlichen Kenntnisse nachweisen. Die Zög 
linge der Fortbildungs-Anstalten benutzen die Volksbibliotheken (f. d.) 
und zahlen vierteljährlich 15 Sgr. Schulgeld, wovon indeß Handwerks- 
Lehrlinge befreit sind. Vgl. We bersche Stiftung. 
Joh Fr. Frägersches Waisen-Jnstitnt zu Rer'chenbach in Schlesien, 
von dem Partikulier Fräger 1836 begründet und später vergrößert, 
so daß das Institut im Jahre 1859 ein Vermögen von 135,300 Thlr. 
hatte und ein neu erbautes Haus bezog. Der Stifter machte sich um 
die Stadt noch anderweit verdient. Da das Waisen-Institut nur Kin 
der evangelischer Konfession aufnimmt, so bestimmte Fräger besonders 
noch ein Kapital von mehr als 4000 Thlrn. zur Unterstützung von 
Rcichcnbacher Waisenknaben katholischen Glaubens. Durch die Zinsen 
eines Vermächtnisses von 6000 Thlrn. sollen verschämte Arme unter 
stützt werden. Seit der Stiftung des Waiseu-Institutes waren bis 
1859 darin 90 Knaben und 47 Mädchen erzogen worden. 
Elias Hirschel Frankel 
zu Berlin, bestimmte in letztwilligen Verordnungen von 1789 und 1790 
ein Kapital von 30,000 Thlrn. zu milden Zwecken, in der Art, daß 
die Zinsen zur Unterstützung armer Familienglieder, zur Ausstattung 
von Bräuten in der Familie und zur Unterstützung für die des Alten 
Testaincnts Beflissenen verwandt werden. Das Kapital sollte bis auf 
den Betrag von 20,000 Thlrn. redncirt, und daher eine Summe von 
10,000 Thlrn. zu gedachten Zwecken verwendet werden können. Die 
Stiftung steht unter Aufsicht des k. Polizei Präsidii.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.