Full text: Preußisches Landbuch

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Heymann Joseph Frankel, 
(1- 1824 zu Berlin) vermachte 45,000 Thlr. mit der Bestimmung, daß 
an seinem Todestage von den Zinsen 10 arme jüdische Wittwer mit 
je 5 Thlr. unterstützt, an die Armen-Direktion 100 Thlr., an die 
jüdische Kranken-Verpflegungs-Anstalt 250 Thlr. gezahlt werden sollen. 
Der Rest soll nach dem Ermessen der Kuratoren an Verwandte des 
Erblassers gezahlt werden, dem Einzelnen nicht unter 50, und nicht 
über 250 Thlr. Sechs Kuratoren, die Vorsteher der jüdischen Kranken- 
Berpflegungs-Anstalt, verwalten das Vermögen und erhalten dafür jähr 
lich 100 Thlr. 
Fraukelsche Stiftungen zn Breslau. 
Der 1846 zu Breslau verstoebene Kommerzienrath Jonas Frankel 
hatte in seinem Testamente eine Summe von 6 — 700,000 Thlr. zu 
milden Stiftungen ausgesetzt. Es sind errichtet a) ein Institut zur 
Beförderung der Künste und Handwerke unter den Juden; b) das 
Frankelsche israelitische Hospital; c) ein Zufluchtshaus für unver 
schuldet herabgekommene Familien jüdischen Glaubens; d) ein Institut 
zur Abwehrung der Armuth unter jüdischen Familienvätern; e) ein 
Fränkelsches israelitisches Hospital; f) eine milde Stiftung für Per 
sonen aller Glaubensbekenntnisse; g) ein jüdisches theologisches Seminar 
as. die einzelnen Artikel). Unter den sonstigen Vermächtnissen finden 
sich 15,000 Thlr. für die jüdische Krauken-Anstalt; 11,000 Thlr., von 
deren Zinsen drei Knaben und zwei Mädchen als Fränkelsche Waisen 
in die jüdische Waisen - Verpflegungs - Anstalt aufgenommen werden 
sollen; endlich 10,000 Thlr., welche aus dem Nachlasse an die Stadt 
Breslau zur Errichtung einer zweiten höheren Töchterschule gezahlt 
wurden. 
Fränkelsches israelitisches Hospital zu Breslau, 
von Jonas Fränkel (s. v.) für sich und seinen t Bruder David 
hergestellt. Es besteht in drei Häusern der Antonien-Straße, welche 
Jonas Fränkel für 30,000 Thlr., die er ans dem Nachlasse seines 
Bruders entnahm, ankaufte, einrichtete und unter dem Namen „ F r ä n- 
kelschcs israelitisches Hospital" dem Vorsteher der jüdischen Kranken- 
Anstalt als Eigenthum der letzteren (die sonst von der Anstalt benutzten 
Grundstücke gehören der Synagogen-Gemeinde) zu deren Erweiterung 
(1841) überwies. 
Franz Heinrich Nicolaus Franck, 
Rentier zu Köln (t 1857) verwendete einen großen Theil feines Ver 
mögens zu wohlthätigen Zwecken. Er schenkte 80,000 Thlr. zum 
Neubau der Pfarrkirche zu St. Mauritius, setzte die Kirche zu St. 
Maria im Kapitol zur Universal-Erbin ein (10,000 Thlr.) ; vermachte 
der Tanbstttmmen-Anstalt 2000 Thlr., dem Gesellen-Hospitium 2000 
Thlr., der Pfarrkirche zu Rodenkirchen 20,000 Thlr. rc. Sein Mo 
biliar-Vermögen überließ er den Schwestern vom armen Kinde Jesu in 
Aachen zur Verwendung für die in Eöln bestehende Filiale dieses Ordens.
	        
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