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Spitze der Direktion steht Präsident Gamet. Vgl. Mendelssohn-
Bartholdy.
Friedrichs-Stiftung,
für arme Wirthe zu Groß-Peterwitz, Koslau, Zaugwitz (Ncumarkt),
sowie für fünf arme Schulkinder. Kapital 1000 Fl.
Friedrichs-Stiftung zu Bromberg.
Von dem Komitó eines am 31. Mai 1862 zu Okollo stattgefnndencn
Volksfestes wurde ein Einnahme - Ueberschuß vvn 100 Thlr. zu dieser
Stiftung bestimmt. Die Zinsen sollen zunächst angesammelt werden,
demnächst aber den Hospitaliten zu gute kommen.
Vereinte Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg.
Die Universität Wittenberg, von Kurfürst Friedrich dem Weisen von
Sachsen am 18. Oktober 1502 gestiftet, wurde mit der von Kurfürst
Friedrich III. von Brandenburg 1694 gestifteten Universität Halle im
Jahre 1817 vereinigt. Der Etat des Instituts belief sich 1859 auf
90,000 Thlr. worunter 55,600 Thlr. Staats-Zuschuß und 30,600 Thlr.
aus Stiftungs- rc. Fonds. An Stipendien und Unterstützungen für
Studirende werden jährlich ca. 8000 Thlr. verabreicht. — Akademischer
Freitisch-Fonds. — Akademische Wittwen- und Waisenversorgungs-An-
stalt; sie hatte im Jahre 1838 (Koch I. 438) ein Vermögen von
68,600 Thlr. Vgl. Voigtelsche Stiftung.
Friedrichs-Waisenhaus zu Berlin.
Die Bestimmung dieser seit 1727 bestehenden Anstalt ist, sowohl vater-
und mutterlose arme Waisen, als auch solche halbverwaiste arme Kinder,
deren Väter oder Mütter durch Krankheit, Gefangenschaft oder Ver
sunkenheit in grobe Laster zur Erziehung ihrer Kinder unfähig sind,
aufzunehmen. Die Kinder werden entweder bei Pflege-Eltern inner
halb oder außerhalb Berlins gegen Zahlung eines Kostgeldes unter
gebracht oder in der aus Kominunalmitteln mit einem Kosten-Aufwande
von 313,000Thlr. hergestellten, am 19. Oktober 1859 eröffneten Waisen
anstalt zu Rummelsburg (dem „ Friedrichs - Waisenhaus der Stadt
Berlin") erzogen. Das alte Waisenhaus (Stralauerstr. 58) ist der
Sitz der General-Administration und werden in das dort befindliche
Depot die der Fürsorge der Kommune anheimfallenden Kinder vorläufig
aufgenommen, bis sie, falls ihre Rückgabe an Verwandte nicht alsbald
erfolgen kann, in Kost ausgegeben oder der Erziehungs-Anstalt über
wiesen werden. Die für die Zwecke der Waisen-Verwaltung in dem
alten Waisenhause nicht mehr erforderlichen Räume sind zur Aufnahme
der Hospitaliten des Arbeitshauses bestimmt. Das Vermögen der An
stalt belief sich Ende 1861 auf 111,443 Thlr.; Ausgaben waren
94,830 Thlr.; Kommunal-Zuschuß 59,442. — Mit dem Waiscnhausc
verbunden ist eine „Institut für kleine Kinder" und ein „Lazareth-
Fouds;" die Kapitalien betragen etwa 3150 Thlr. und die Zinsen
sollen zur Verabreichung aller, zur Labung und Stärkung kranker und
kleiner Kinder dienlichen Verpflegungs-Bedürfnisse verwendet werden.