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begründet und 1864, wo das Kapital die Höhe von 5000 Thlr. er
reichte, in Wirksamkeit getreten, ş der Zinsen werden zur Unterstützung
bedürftiger evangelischer Geistlichen und Lehrer in der Diaspora, der Rest
der Zinsen jedoch wie anderweitig eingehende Geschenke und Vermächt
nisse zur Erhöhung des Kapitalsstocks verwandt. Die Verwaltung steht
dem Berliner Ortsvercin der Gustav-Adolph-Stiftung zu.
Frau Jonas,
geb. van Halle zu Berlin (ş 1841) setzte letztwillig eine Menge Ver
mächtnisse aus, welche durch einen Vergleich mit der Erbin, Frau Wittwe
Ella Kaspar geb. van Halle verdoppelt wurden. Es erhielten
a) das Berlinische Gymnasium zum grauen Kloster 8000 Thlr. in
Staatsschuldscheinen nach dem Nennwerthe, deren Zinsen zu Univer
sitäts-Stipendien für unbemittelte steißige Studirende verwendet werden
sollen. Es werden davon zwei Stipendien à 100 Thlr. und eins
à 80 Thlr. jedesmal auf die Dauer von drei Jahren durch den Ma
gistrat verliehen; b) das Friedrich-Werdersche Gymnasium 8000 Thlr.
zu demselben Zweck; c) das Bürgerrcttungs - Institut 3000 Thlr.;
d) die Armen-Schulen 3000 Thlr. Die Zinsen werden, wie die des
Legats von Grüne (s. d.) zur Unterstützung hülfsbedürftigcr Kommn-
nal-Armen-Schullehrer verwendet; e) der vaterländische Verein zur
Verpflegung hülfloser Krieger der Berliner Garnison aus den Feld-
zügen von 18}y 1500 Thlr.; f) das Friedrichs-Waisenhaus 1500Thlr.;
g) die Anstalt zur Erziehung sittlich verwahrloseter Kinder 1500 Thlr. ;
h) die Berliner Anstalt zur Verpflegung jüdischer Kranken 3000 Thlr.;
i) das Schindlcrsche Waisenhaus 1500 Thlr.; k) die Anstalt zur Be
kleidung jüdischer Armen 3000 Thlr.; 1) die jüdische Armen-Anstalt des
Seelen-Audenkens 3000 Thlr.; m) die Lchr-Anstalt der jüdischen Ju
gend 3000 Thlr.; n) die Anstalt zur Versorgung jüdischer Armen
3000 Thlr. ; o) die Stiftung für verschämte jüdische Arme Haapokath
Ebjonim 3000 Thlr. ; p) das französische Waisenhaus 1500 Thlr. ;
q) die Blinden-Anstalt 4500 Thlr.
Lesser Joras,
Rentier zu Berlin (t 1864), ohne eigene Kinder und nähere Ver
wandte, hatte schon bei Lebzeiten den Anerbachschen Waisen-An-
stalten (s. d.) 16,000 und 0000 — 25,000 Thlr. zugewendet, ohne
die Veröffentlichung seines Namens zu gestatten. Bei seinem Tode
instituirte er die gedachten Institute zu Universal-Erben seines Vermö
gens im Betrage von etwa 128,292 Thlr und setzte dadurch diese
Anstalten nicht nur in den Stand, die Zahl der Waisenstellcn zu er
höhen, sondern auch den aus den Anstalten in das öffentliche Leben
tretenden Waisen, welche sich der empfangenen Wohlthaten fortgesetzt
würdig zeigen, in Krankheitsfällen, bei etwaigen Stndicn, bei der
Etablirung, bei der Verheirathnng der Mädchen weitere Unterstützung
zu gewähren. Von dem gedachten Vermächtnisse erhielt die Anstalt für
Knaben 85,529, die Anstalt für Mädchen 42,763 Thlr. Von den
obengedachten 16,000 Thlr. ist in den Au erb ach schm Anstalten eine