Styptizin
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Süßholz
Bish = das Gift, und wird von den Ein
geborenen zur Bereitung des Pfeilgiftes benutzt.
Eine japanische Art (Tsaou-woo), die sich
durch ganz besondere Giftigkeit auszeichnet und
von Aconitum japonicum abstammt, darf an
statt der gewöhnlichen nicht verwandt werden.
Sie dient in Europa lediglich zur Darstellung des
Akonitins, das neben einem besonderen Alkaloid,
Japakonitin, reichlich in ihnen enthalten ist.
Verwendung finden die Akonitwurzeln in der
Medizin als Auszug, Extrakt und Tinktur,
z. B. bei Gelenkrheumatismus, Neuralgie usw.,
doch verordnet der Arzt der sicheren Wirkung
halber meist das Akonitin (s. d,).
Styptizin, das salzsaure Salz des Kotarnins,
das durch Oxydation des Narkotins (s. d.) ent
steht, ein gelbes Kristallpulver von der Formel
C 12 H 13 NO s . HCl, findet medizinische Anwem
düng, besonders in der Frauenheilkunde.
Succineine. sind Xanthenfarbstoffe, die sich
beim Verschmelzen von Bemsteinsäure mit Di-
alphyl-m-aminophenolen bilden. Der hauptsäch
lichste Vertreter, das Rhodanin S, entsteht aus
Dimethyl-m-aminophenol und hat die Formel
eines Pyronins, in welches an Stelle der CH-
Gruppe der Bernsteinsäureester C . (CH) 2 . COOH
eingetreten ist.
Succus ist die lateinische Bezeichnung für
Saft, oder, wenn eingedickt (Succus inspissatus),
Mus. Im Handel finden sich gewöhnlich fol
gende Säfte; S. citri, Zitronensaft, S.. dauci,
Möhrensaft, S. ebuli, Attichmus, S. juniperi,
Wacholdersaft, Wacholdermus, S. liquiritiae seu
glycyrrhizae, Lakritzensaft. — Vergleiche wegen
der näheren Beschreibung die einzelnen Auf
sätze.
Sudan. Diesen Namen führen verschiedene
Teerfarbstoffe: Sudan I, ein ziegelrotes, in Al
kohol lösliches Pulver, dient zum Färben von Spi
rituslacken und besteht aus Anilinazobetanaph-
tol. — Sudan II, ein braunrotes, in Wasser un
lösliches, in Alkohol lösliches Pulver, wird wie
S. I verwandt und besteht aus Xylidinazobeta-
naphtol. — Sudan III, ein braunes Pulver, ist in
Wasser unlöslich, in Alkohol löslich und besteht
aus Amidoazobenzolazobetanaphtol. •— Sudan G,
ein braunes Pulver, das in heißem Wasser teil
weise mit gelber Farbe, leichter in Alkohol lös
lich ist, besteht aus Metadioxyazobenzolanilin-
azoresorzin. — Sudanbraun, ein braunes, in
Wasser nicht, wohl aber in Alkohol lösliches
Pulver, wird zum Färben von Seifen benutzt und
besteht aus Alphanaphtylaminazoalphanaphtol.—
Sudanrot ist identisch mit Magdalarot (s. d.).
Süßholz (Süßholzwurzel, lat. Radix liqui
ritiae seu Radix glycyrrhizae, frz. Racine de
röglisse, engl. Liquorice root) stammt vop ver
schiedenen Glyzyrrhiza-Arten, die im Mittel
meergebiet, in Südosteuropa und Vorderasien hei
misch sind und in einer ganzen. Reihe von Län
dern, hauptsächlich Spanien, Südfrankreich, Süd
deutschland, Italien, Ungarn, Mähren, Südruß
land, China und Nordamerika angebaut werden.
Die Süßholzpflanze gehört zu der Familie der
Schmetterlingsblütler und ist in den ober
irdischen Teilen krautig. Die Blätter sind un
paarig. s—8 fach gefiedert mit stachelspitzigen
Fiedern, die Blütentrauben kürzer als die Blätter,
die Hülsen wenigsamig und kurz. Die ausdauernde
Wurzel besitzt zahlreiche lange Ausläufer mit
schuppigen Niederblättern, aus deren Achseln
neue Schößlinge entstehen. — Im Handel unter
scheidet man besonders zwei Sorten, das spa
nische und das russische S. —• Das spani
sche S. (lat. Radix liquiritiae hispanica seu
glabra), von Glycyrrhiza glabra L., besteht
vorwiegend aus Ausläufern, während die eigent
lichen Wurzeln in den Ursprungsländern selbst
auf Süßholzsaft verarbeitet werden. Die Pflanze
treibt einen bis i m langen und 2,5 cm dicken,
senkrecht in die Erde dringenden Hauptstamm,
der selten Äste, aber zahlreiche lange, horizon
tal verlaufende Ausläufer hat. Diese sind hier
und da mit Stengelknospen besetzt und unter
scheiden sich außerdem von den Wurzeln durch
die Gegenwart eines ziemlich schwachen Markes.
Das spanische S.,, das übrigens nicht nur qus
Spanien, sondern auch aus Frankreich, Süd
deutschland usw. stammt, bildet meist finger
dicke Stäbe von 6—9 cm Länge, graubrauner
runzeliger Oberfläche und gelbem, faserig
zähem .Holzkörper. Es schmeckt süß, hintennach
etwas kratzend, kommt ungeschält in den
Handel und ist so schwer, daß es in Wasser
untersinkt. Das in Spanien selbst gebaute
S. unterscheidet man in zwei Hauptsorten, ka-
talonisches S. von Tortosa und S. von Alikante,
die beide in Ballen von 35—40 kg über franzö
sische Häfen eingeführt werden. Das in Deutsch
land (Gegend von Bamberg und Schweinfurt) und.
Mähren gebaute S. ist dem in Spanien gewonne
nen ähnlich, aber dünner und von blässerem
Gelb. Es kommt .teilweise, in längliche Kränze
gebunden, in den Handel, während die Haupt
menge an Ort und Stelle auf Extrakt verarbeitet
wird. Das mährische S. wird im Lande selbst
verbraucht. Französisches S. ist in der Regel 1
spanische, über Frankreich gegangene Ware, da
dieses Land selbst noch viel S. zur Extrakt
bereitung einführt. Italienisches S. kommt nicht
in den Handel, wird vielmehr auf Extrakt ver
arbeitet. Unter der Bezeichnung spanisches S.
geht endlich auch aus Kleinasien und Nord
amerika stammende Ware. — Das russische S.
(lat. Radix liquiritiae russica, echinata seu mun-
data), von Glycyrrhiza glabra, var. glandulifera,
besteht aus Wurzeln und Ausläufern und ist die
allein offizineläe Droge des deutschen Arznei
buches. Die Pflanze bildet eine bis 2 m hohe
Staude, ist im südlichen Rußland, in Ungarn,
Galizien, Armenien und Persien heimisch und
wird besonders im südlichen Rußland für den
Handel angebaut. Im Gegensatz zu der spani
schen Süßholzpflanze ist sie drüsig behaart. Das
russische S., das von Petersburg in Ballen von
75—100 kg, mit Lindenbastmatten umgeben, zu
uns gelangt, bildet dicke, oft gespaltene Wurzel
stücke oder auch Ausläufer, die geschält in
den Handel kommen. Das Holz ist sehr faserig,
strahlig zerklüftet und besitzt neben einem helle
ren Gelb ein lockereres Gefüge als das spanische
S. Infolge seiner größeren Leichtigkeit schwimmt
es auf Wasser. Der Geschmack des russischen
S. ist süß, ohne kratzenden Nachgeschmack.
— Apotheker und Drogisten beziehen das S-
größtenteils von Großhandlungen in geschnitte
nem Zustande. Ebenso wird das Pulvern des S.
von diesen besorgt, da sich die faserige Wurzel