Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Süßweine

436

Sumach

Rohr-  oder  Rübenzucker,  aber  nicht  entsprechenden ­
  Nährwert  besitzen.  Die  wichtigsten  hierher
gehörigen  Stoffe:  Saccharin,  Dulzin  und  Gluzin
sind  unter  ihren  besonderen  Namen  besprochen
worden.  Im  Hinblick  auf  den  Umstand,  daß
diese  Stoffe  keinen  eigentlichen  Nährwert  besitzen, ­
  aber  in  großem  Umfange  zur  Verfälschung ­
  von  Nahrungs-  und  Genußmitteln  Verwendung ­
  fanden,  ist  der  Verkehr  mit  ihnen  durch
das  Reichsgesetz  vom  7.  Juli  1902  verschiedenen
Einschränkungen  unterworfen  wordeni.  Insbesondere ­
  ist,  es  verboten,  Süßstoff  herzustellen  oder
Nahrungs-  und  Genußmitteln  bei  deren  gewerblicher ­
  Herstellung  zuzusetzen;  ferner  Süßstoff
oder  süßstoff  haltige  Nahrungs-  oder  Genuß  mittel
aus  dem  Auslande  einzuführen;  und  endlich
Süßstoff  oder  süßstoffhaltige  Nahrungsmittel  feilzuhalten ­
  oder  zu  verkaufen.  Aus  Rücksicht  auf
die  Zuckerkranken,  welche  dieser  Stoffe  bedürfen, ­
  sind  gewisse  Ausnahmen  zugelassen.  S.
dürfen  nur  in  einer  einzigen  deutschen  Fabrik,
derjenigen  des  Erfinders  des  Sacharins,  Dr.  Fahlberg, ­
  hergestellt  werden.  Unter  bestimmten  einschränkenden
  Bestimmungen  ist  der  Verkauf
durch  Apotheken  gestattet.  Auch  darf  S.  an
solche  Personen  abgegeben  werden,  welche  die
amtliche  Erlaubnis  hierzu  besitzen,  insbesondere
Personen,  welche  den  Süßstoff  zu  wissenschaftlichen ­
  Zwecken,  zur  Verpflegung  von  Zuckerkranken ­
  sowie  zur  Herstellung  von  vergiftetem
Getreide  benutzen  wollen.  Während  des  Krieges
sind  die  Bestimmungen  des  Süßstoffgesetzes
wegen  des  Zuckermangels  zum  Teil  außer  Kraft
gesetzt  worden.
Süßweine  nennt  man  die  Gruppe  der  Dessertweine ­
  (s.  d.),  die  sich  durch  hohen  Gehalt
an  Alkohol  und  Zucker  auszeichnen  und  in  ihren
besten  Sorten  aus  stark  süßen  Trauben,  vielfach
aber  auch  unter  Verwendung  von  Zucker  hergestellt ­
  werden.  Zu  ihnen  gehören  hauptsächlich
die  rheinischen  Ausbruchweine,  die  Tokaier-Ausbruchweine,
  die  sizilianischen  Muskat-  und  Malvasierweine ­
  und  die  Malagaweine.
Süvernsche  Desinfektionsmasse  zur  Desinfektion ­
  von  Aborten  und  Kanälen  besteht  aus
einer  Mischung  von  zehn  Teilen  Ätzkalk,  einem
Teil  Magnesiumchlorid  und  einem  Teil  Steinkohlenteer, ­
  die  mit  der  24  fachen  Menge  Wasser
angerührt  wird.
Sulfaminol  (Thiooxydiphenylamin),  ein
Antiseptikum,  entsteht,  wenn  man  auf  die  in
Wasser  gelösten  Salze  des  Metaoxydiphenylamins
  in  geeigneter  Weise  Schwefel  einwirken
läßt.  Das  hellgelbe,  geruch-  und  geschmacklose ­
  Pulver  ist  unlöslich  in  Wasser,  hingegen  löslich ­
  in  Alkohol  und  schmilzt  bei  155°.  Es  wird
als  Ersatz  des  Jodoforms  empfohlen  und  von
den  Imkern  als  Mittel  gegen  die  Faulbrut  der
Bienen  angewandt.
Sulfat  ist  die  Allgemeinbezeichnung  für  jedes
schwefelsaure  Salz,  z.  B.  Kupfersulfat  —  Kupfervitriol. ­
  In  Färbereien  versteht  man  unter  S.
die  dort  gebräuchliche  schwefelsaure  Tonerde,
in  Sodafabriken  und  im  Handel  das  wasserfreie ­
  schwefelsaure  Natron,  das  sog.  kalzinierte
Glaubersalz.  Siehe  die  betreffenden  Abhandlungen. ­

Sulfitlauge,  die  bei  der  Behandlung  des  Holzes
mit  schwefliger  Säure  zur  Zellulosegewinnung

abfallende  braune  Flüssigkeit,  die  ziemlich  reich
an  organischen  Zersetzungsprodukten  der  inkrustierenden ­
  Stoffe  (Lignin,  Kutin,  Suberin)  ist
und  gegen  2  °/o  Zucker  enthält,  hat  während  des
Krieges  eine  große  technische  Bedeutung  gewonnen. ­
  Nach  Beseitigung  verschiedener  Schwie
rigkeiten  ist  es  gelungen,  den  Zucker  der  Lauge
in  Alkohol  überzuführen,  und  man  hat  berechnet, ­
  daß  aus  den  5000001  in  Deutschland
jährlich  abfallender  Sulfitlauge  400  000  hl  reiner
Spiritus  hergestellt  werden  können.  Nachdem
die  entgegenstehenden  Vorschriften  des  Branntweinsteuergesetzes ­
  beseitigt  waren,  hat  der  Kriegsausschuß ­
  für  Ersatzfutter  eine  Reihe  von  Sulfitspiritusfabriken ­
  erbaut,  die  teilweise  schon  im
Betrieb  sind.  —  Die  Verwendung  der  S.  zur
Gewinnung  von  Hefe  hat  keine  praktische  Bedeutung ­
  erlangt,  weil  die  an  die  Futterhefe  geknüpften ­
  Erwartungen  sich  bald  als  trügerisch
erwiesen.  —  Ein  Teil  der  S.  wird,  zu  einem
Sirup  von  36°  Bö  und  einem  spez.  Gew.  von
1,337  eingedampft,  als  Ersatzmittel  für  die  Lackfabriken ­
  in  den  Handel  gebracht.
Sulfonal  (Sulf  onalum),  (CH 2 ) 2  .  C  .  (S0 2  •
C 2 H 5 ) 2 ,  wird  durch  Einleiten  von  Salzsäuregas
in  eine  Mischung  von  Merkaptan  und  Azeton  und
nachherige  Oxydation  des  entstandenen  Merkaptols
  mit  Kaliumpermanganat  dargestellt.  Durch
Umkristallisieren  aus  Alkohol  erhält  man  es,  in
farblosen  Prismen,  die  bei  125°  schmelzen  und
bei  300 0  sieden.  Das  S..  ist  in  heißem  Wasser
und  Alkohol  ziemlich  leicht,  in  Äther  etwas
schwerer  löslich  und  wird  in  wäßriger  Lösung
als  Schlafmittel  verordnet.  Vor  dem  Chloralhydrat
  hat  es  den  Vorzug,  nicht  auf  das  Herz
zu  wirken.  Die  Herstellung  muß  wegen  des
scheußlichen  Geruchs  des  Merkaptans  und  Merkaptols
  in  unbewohnten  Gegenden  erfolgen.
Sulfuraurat  (Antimonpentasulfid,  Goldschwefel, ­
  Fünffachschwefelantimon,  lat.
Stibium  sulfuratum  aurantiaoum,  frz.  Soufre  dorö
d’antimoine,  engl.  Golden  sulfide  of  antiraony)
wird  dadurch  erhalten,  daß  man  gepulvertes
Grauspießglanzerz  (Antimontrisulfid)  mit  Natronlauge ­
  und  Schwefel  kocht,  die  Flüssigkeit  vom
Rückstände  trennt  und  zur  Kristallisation  bringt.
Die  erhaltene  gelbe  Kristallmasse,  Schlippesches
  Salz  genannt,  wind  in  Wiasser  gelöst
und  aus  der  Schwefelantimonschwefelnatrium  enthaltenden ­
  Lösung  mit  Salzsäure  das  S.  ausgefällt.
  Es  ist  ein  orangerotes,  in  Wasser  unlösliches ­
  Pulver,  das  früher  sehr  oft  bei  Erkrankungen ­
  der  Atmungsorgane  medizinisch  verordnet ­
  wurde,  jetzt  aber  nur  noch  selten  Anwendung"
findet.  In  der  Technik  wird  Goldschwefel  beim
Vulkanisieren  von  Kautschuk  sowie  bei  der  Herstellung ­
  von  Streichhölzern  benutzt.
Sumach  (Schmack,  frz.  Sumac,  engl.  Sbumac),
  ein  wichtiger  Gegenstand  des  Drogen-  und
Farbwarenhandels,  besteht  aus  den  getrockneten
und  gemahlenen  Blättern,  Blattstielen,  Blüten ­
  und  dünnen  Zweigen  von  bäum-  oder
strauchartigen  Gewächsen  der  Familie  Rhus,  die
wegen  ihres  hohen  Gerbstoffgehaltes  als  Gerbemittel ­
  und  zu  Farbenbeizen  Verwendung  finden-Am
  gerbstoffreichsten  ist  der  Gerberbaum
(Rhus  coriaria),  der  an  seinen  s—7paarig 811
Fiederblättern,  grünlichgelben  Blütenbüscheln
und  schön  roten,  aus  gehäuften  Früchtchen  b®'
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.