Full text: Preußisches Landbuch

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von der K. Regierung zu Köslin verwaltet, gewährt Darlehne für 
Meliorationszwecke, Prämien für Flachskultur, Seidenbau rc. Das 
Kapital belief sich 1863 auf 345,000 Thlr., unter diesen 32,000 baar 
und 292,000 in außenstehenden Forderungen. 
Frau v. Mellentin, 
Friederike Ernestine geb. v. Wentzky, verw. Majorin (t 1860) setzte 
den Gemeinden Nieder-Lobendau und Gassendorf (Goldberg) zusam 
men ein Vermächtnis von 1000 Thlr. aus, dessen jährliche Inter 
essen unter die Aermsten der Gemeinde vertheilt werden sollen. 
v. Mellinsche Stiftung. 
Erbsälzer Frhr. Joseph v. Mellin zu Werl (t 1837) verordnete letzt 
willig die Errichtung einer Verpflegungs - Anstalt für arme Knaben 
(Waisen oder solche, deren Eltern sie nicht zu ernähren vermögen) auf 
seinem Gute Uffeln bei Werl. Es sollten in diese Anstalt vorzugs 
weise alle in Soest und in der Soestcr Börde, desgleichen in der 
Stadt und dem Amte Werl von daselbst angesessenen Eltern erzeugte 
Knaben oder daselbst gefundene männliche Findlinge aufgenommen wer 
den. Die Kinder sollen in der Anstalt genährt, gekleidet, unterrichtet 
und überhaupt so lange verpflegt werden, bis sie selbst ihren Unter 
halt verdienen können. Hauptzweck des Instituts ist, tüchtige Acker 
bauer zu erziehen; doch soll dabei kein Zwang herrschen, sondern die 
Kinder, welche sich zu solcher Beschäftigung nicht eignen oder keine 
Neigung dazu haben, sollen zu anderen für sie passenden Gewerben 
angeleitet werden. Die Oberaufsicht führt der Staat durch den Ober- 
Präsidenten; die unmittelbare Leitung des Instituts ist der Gesammt 
heit der zum Provinzial-Landtage berufenen Abgeordneten der Ritter 
schaft, der Gesammtheit der Erbsälzer zu Werl, und der Gesammtheit 
der Salzbeerbten zu Sassendorf in der Art übertragen, daß jede einen 
Deputirten zu diesem Ende ernennt, diese drei Deputirte ein Kollegium 
bilden und durch Stimmenmehrheit einen Vorsitzenden wählen. Zur 
Errichtung dieses Instituts bestimmte der Stifter sein ganzes Ver 
mögen mit einem jährlichen Ertrage von etwa 30,000 Thlr. Die 
zunächst mit dem Nießbrauch bedachte Wittwe, geb. Freiin v. Für sten b er g, 
später wieder verehelichte Gräfin v. L 0 6, schenkte der auf dem Gute Uffeln 
gegründeten Stiftung zur Errichtung einer Verpflegungs-Anstalt für- 
arme Knaben 887 Thlr. und vermachte ein Kapital von 5680 Thlr. 
zur Einrichtung des Erziehungs-Instituts und Erbauung einer Kapelle 
bei demselben (1864). Vgl. v. Zumbroich-Mellinsche Stiftung. 
Mende sche Vermächtnisse. 
Die Gebr. Julius Moritz und Eduard Mende zu Frankfurt a. O. 
schenkten 1853 dem Vorstande der dortigen Synagogen-Gcmeinde 200 
Thlr. als Fonds zur Gründung eines jüdischen Waisenhauses. — 
Banquier Levin Mende (t 1857) hinterließ die Bestimmung, daß auf 
sein in Frankfurt gelegenes Grundstück a) ein mit 5 pCt. zu verzinsendes 
Kapital von 1000 Thlr. und b) eine jährliche Rente von 50 Thlr. 
zu wohlthätigen Zwecken für die Synagogen'Gemeinde eingetragen wer-
	        
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