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Male die Gefahr vorgelegen, daß Aufständische sich in den Städten
festsetzten und sie zum Mittelpunkt einer Erhebung machten. Schill
war bis Bergedorf vorgedrungen und hatte einen Augenblick Miene
gemacht, sich auf Lübeck zu werfen, der Herzog von Braunschweig
hatte mit seiner Schwarzen Schar eine Nacht in Bremen biwakiert,
bevor er sich in Elsfleth nach England einschiffte. Alle diese Umstände
mußten es Napoleon nahelegen, die Städte in ein festeres Ab
hängigkeitsverhältnis zu bringen.
Im Herbst 1809 beauftragte der Kaiser Reinhard, den alten
Freund der Hansestädte, damals Gesandten am Kasseler Hofe, sich
mit Bourrienne ins Einvernehmen zu setzen und mit diesem den
Entwurf zu einer neuen Verfassung der Städte auszuarbeiten.
Reinhard und Bourrienne zogen zu ihren Konferenzen auch Ver
treter der Städte, natürlich nur mit beratender Stinrme hinzu.
Bei diesen erregte die angekündigte Beschneidung ihrer Unabhängig
keit ziemliche Bestürzung. Für den Fall eines Beitritts zum
Rheinbünde forderten sie jedenfalls völlige Gleichstellung mit den
übrigen Bundesmitgliedern. Auch den alten Wunsch absoluter Neu
tralität im Kriege brachten sie wieder vor. Am liebsten hätten
sie alles beim alten gelassen, d. h. bei Wahrung ihrer Souveränität
nur in diplomatischem Verkehr mit dem Kaiser gestanden. Davon
konnte natürlich bei allem Wohlwollen, das Reinhard und auch
Champagne, der Minister des Auswärtigen, gegen die Städte
zeigten, keine Rede sein. Auf Grund des im November 1809 über
sandten Reinhard-Bourrienneschen Gutachtens arbeitete Champagny
den Entwurf eines Vertrages über den Beitritt der Hansestädte
zum Rheinbund aus: danach sollten diese in alle Rechte und
Pflichten des Bundes eintreten, als ob sie zu den ursprünglichen
Kontrahenten gehört hätten. Sie waren aber verpflichtet, dem
Kaiser, der als Protektor die Freiheit, Unabhängigkeit und die
Verfassung der Städte garantierte, in allen Anordnungen bezüglich
des Kontinentalsystems und der Preß- und Fremdenpolizei ohne
Verzug und ohne Bedingung Gehorsam zu leisten. Dem Protektor
und dem Rheinbund gegenüber bildeten die Städte eine föderative
Einheit, für die ein jährlicher Kongreß vorgesehen war. In dieser
Einheit sollten sie nach dem ursprünglichen Vorschlage Villes
Unies heißen, da sie aber auf den alten Namen „Hansestädte"
großes Gewicht legten, billigte Champagny ihrer Gesamtheit