fullscreen: Die Theorie der Volkswirtschaft

64 
bedingung der Entwicklung der Produktivkräfte, obgleich an 
dererseits die Zunahme der Bevölkerung, infolge deren das Wirt 
schaftssystem geändert wird, nicht nur auf die Produktions 
methoden, sondern auch auf die Technik einwirkt. 
Die Paläontologie gestattet uns jetzt, die Entwicklung der 
Technik in der Urzeit und des Gewerbes seit seinem Entstehen 
zu verfolgen. Der Charakter der Werkzeuge und Waffen des 
Menschen bestimmt die Art, wie der Mensch seine Bedürfnisse be 
friedigt. Dagegen wird durch die geographischen Natur Verhält 
nisse und den Grad der Bevölkerungsdichte nur die Kategorie der 
zu gewinnenden Produkte bedingt. In der Nähe von Flüssen 
herrscht die Fischerei, in den Wäldern die Jagd vor usw. Gabriel 
de Mortillet (Le Préhistorique, Paris 1883) teilt die Steinzeit in 
vier Hauptperioden der technischen Entwicklung ein: 1. Pierre 
taillé, durch einfache Schläge verfertigt; 2. Pierre retou 
chée, auf doppelte Weise bearbeitet; 3. Pierre polie, mit 
tels eines Druckes zubereitet und schließlich 4. Os et bois. 
Mit der Technik ändert sich auch das Gewerbe des Menschen. 
In der ersten Periode lebte der Mensch wahrscheinlich ganz nackt 
und hatte nichts außer einem roh bearbeiteten Stein (coup de 
poing). In den folgenden Perioden waren seine Werkzeuge schon 
mannigfaltiger; er besitzt schon Werkzeuge, mittels deren er die 
Haut der Tiere abzieht und reinigt, um sie dann als Kleid zu be 
nutzen. In der letzten Periode bedient sich der Mensch schon der 
Nadel; überhaupt weisen die mannigfachen Werkzeuge bereits 
aus dieser Zeit auf bedeutend gesteigerte und vervielfachte Be 
dürfnisse hin. Obgleich der Mensch während der ganzen Stein 
zeit Jäger oder Fischer ist, so geht doch bei dem gleichen Wirt 
schafts system mit dem technischen Fortschritt eine bedeutende 
wirtschaftliche Entwicklung vor sich: nicht nur verschiedene 
Werkzeuge und Schmucksachen werden hergestellt, sondern es 
findet auch ein Austausch der Steinwerkzeuge und sogar der aus 
der Ferne kommenden Schmucksachen statt. Einige Ethnologen 
glauben allerdings, daß die Verbreitung gewisser Werkzeuge durch 
die Wanderung des Urmenschen zu erklären ist, der den wilden 
Hirschen und Pferden folgte. Wie dem aber auch sei, eins steht
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.