entfernen. Ueberdies tritt Hume für diejenigen ein, welche aus
socialen Gründen an Ehe und guter Sitte verhindert werden.
Doch würde es ein pedantisches Mosaik ergeben, wenn wir
einzelne Stellen anführen wollten. Für die Geschichte wie
für den gegenwärtigen Zustand der Yolkswirthschaftslehre hat
nur die Beibringung derjenigen Gedanlj^^en erheblicheren Werth,
welche entweder ganz original und individuell einer wissenschaftlichen
Persönlichkeit angehören, oder aber den allgemeinen
Lauf der Ideen in einer hervorragenden Weise zum Ausdruck
bringen. Was nun aber seit der Malthusischcn Corruption
der Denkweise ein Verdienst ist, kann zu einer Zeit, wo
alle Welt die gesunde Auffassung vertrat, an sich nicht als
etwas Besonderes gelten. Auch hätten wir bei Hume an diesen
Punkt gar nicht erinnert, wenn cs nicht für die Geschichtsschreibung
wichtig wäre, zu constatiren, dass sich grosse Denker,
die für eine edlere Menschlichkeit eintraten, von der späteren
Verzerrung der Bevölkerungstheorie stets im weitesten Abstande
bewegt und das entschiedenste Gegentheil vertreten
haben. Auch wäre es für den Mann, der in der Methaphysik
„gewisse düstere Lehren aus ihrem letzten Schlupfwinkel vertreiben”
wollte, eine arge Inconsequenz gewesen, wenn er den
entsprechenden Ansichten der Bevölkerungstheorie vorgearbeitet
hätte.
5. Häufig findet man bei unserm Denker sehr zutreffende
Bemerkungen über die wahren Ursächlichkeitsverhältnisse im
Spiel der wirthschaftlichen Erscheinungen. Obwohl fast in
jedem fraglich werdenden Fall verschiedene Ursachen in verschiedenen
Richtungen wirksam sind, so kommt es doch hauptsächlich
darauf an, den vorherrschenden Wirkungsgrund zu
bestimmen. Dies geschah z. B. in der oben angedeuteten Lehre
von der natürlichen Vertheilung der edlen Metalle dadurch,
dass die Industrie als die Ursache der an jedem Orte und zu
jeder Zeit festgehaltenen Geldmasse angesehen wurde. Jedoch
fand sich auch die entgegengesetzte Einwirkungsart, die mit
der ersteren sehr wohl vereinbar ist, ebenfalls nicht vernachlässigt.
Ferner wurde der Zinsfuss wesentlich als Wirkung
des Standes der wirthschaftlichen Verhältnisse betrachtet. Die
Unterscheidung zwischen eigentlichen Ursachen und blossen
Nebenthätigkeiten konnte einem Autor nicht schwer fallen, der
erfolgreicher als irgend Jemand über den ursächlichen Zusam-