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Wer ein wenig denken wollte, konnte dem Verfasser in den
meisten Punkten folgen, und verstand er auch nicht immer
Alles und den feineren Zusammenhang, so gewann er doch
sicherlich einige gute Begriffe und lernte selbst in einer ähnlichen
Art allerlei Ueberlegungen anstellen. Diese Umstände
sind, abgesehen von dem materiellen Inhalt und den bleibenden
Wahrheiten der Smithschen Leistung, sicherlich die wirksamsten
Begünstigungen ihrer grossartigen Rolle gewesen. Sie
sind es, die diesem Werk, oder wenigstens einer Reihe von
Capiteln desselben, noch heute eine, nicht blos auf die Gelehrten
beschränkte Theilnahme forterhalten und sogar die Leotüre
der besten Partien als Mittel zur ersten, etwas selbständigeren
Einführung in die Nationalökonomie empfehlenswerth
machen.
Wer heute das Smithsche Werk nicht als Anfänger, sondern
vom Standpunkt des in den jüngsten Theorien erreichten
Wissens zu lesen unternimmt, wird sich allerdings von der
Darstellungsart nicht sonderlich gereizt oder angemuthet finden.
Es kostet sogar für Zwecke der Kritik, welche die Arbeit der
Lectüre doch noch mit einem neuen Element von Interesse
au statten, ein nicht geringes Maass von Ueberwindung, der
meist unsäglich breiten Austretung der Gedanken zu folgen
und die überflüssige Häufung der Beispiele oder unerheblichen
Thatsachen zu ertragen. Die Engländer mögen vielleicht auch
noch gegenwärtig in diesem Punkte mehr leisten können, als
Franzosen und Deutsche, und man fühlt sich im Hinblick auf
die Smithsche Vorführung so vieler unwesentlicher Einzelheiten
versucht, zu vergessen, dass er ein Schotte und kein eigent
licher Engländer gewesen ist. Indessen darf die Wirkung,
welche sein Werk auf den ökonomisch entwickelten Sinn und
gegenüber den Anforderungen einer höheren Wissenschaftlichkeit
ausübt, nicht mit der Rolle und dem Nutzen verwechselt
werden, die ihm für die erste Einführung in das wirthschaftlicho
Gebiet eigen sein mussten. Zur Lösung der letzteren
Aufgabe war jene Breite, wenn auch nicht noth wendig, so doch
dienlicher, als eine zn knappe Gedankenfassung. Für die grosse
Mehrheit der Leser war die Art eines Hume zwar unterhaltender,
aber nicht belehrender. Der grosse Schottische Denker
hatte zugleich interessant und subtil, ja meist such sehr gründlich
und tief geschrieben; aber nicht alle, die an der Lectüre