Object: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Die modernen Verkehrsverhältnisse, 565 
ihres Einkommens verschlechterte oder nicht — sie empfanden 
jedenfalls mehr Druck und empfanden die Gegensätze des 
Besitzes. Es fand gleichzeitig eine Vermehrung der Bevölke- 
rung statt und es ist möglich, aber nicht beweisbar, dass diese 
die allgemeine Zunahme des Reichthums mehr als aufwog und 
so als Hauptgrund des vorkommenden Elends wirkte. 
Zweifellos auch steht fest, dass, wenn die Capitalzunahme 
unter den Reichen lange Zeit hindurch stattgefunden hat, 
schliesslich zwar nicht die Selbständigkeit des Arbeiters, wohl 
aber sein Durechschnittseinkommen, d. h.‘ sein Lohn wieder 
steigt und dass die Verbilligung der Production auch dem Ar- 
beiter zu Gute kommt. 
Die Frage, ob und wie auch die Stellung der mechanisch 
Arbeitenden besser und selbständiger gemacht werden könne, 
ist Zukunftsfrage. Dass ihre ökonomische Lage bei consoli- 
dirter Capitalherrschaft wieder befriedigender werden kann, 
hat die englische Geschichte bereits bewiesen. 
Unter solchen Umständen bleibt es in der That eine 
Frage, die vernünftiger Weise gestellt werden kann, ja muss: 
Ist es besser, geringere Gesammtbevölkerung und geringeren 
Gesammtreichthum, aber mehr selbständige Producenten mit 
befriedigender Lage und befriedigter Stimmung zu haben, 
oder Wachsthum der Bevölkerung und des Reichthums mit 
klagenden, unter der Herrschaft des Capitals stehenden Ar- 
beitermassen — d. h. soll man die Entwicklung des Capitals 
künstlich hemmen, das alte locale Handwerk künstlich er- 
halten? 
Es wurde dies ja gelegentlich, wie z. B. durch das Ge- 
setz von Philipp und Maria für die Tuchmacherei und durch 
allerlei Maschinenverbote versucht. Im Allgemeinen aber über- 
wog die Tendenz den Gesammtreichthum durch Beförderung 
der Interessen der Reichen zu heben, im England des 18. Jahr- 
hunderts durchaus. Und wenn man mit Recht fragen kann, 
ob das gut ist, so besteht doch kein Zweifel, dass es nicht 
anders möglich war. 
Nie haben Völker auf eine Vermehrung ihres Gesammt- 
reichthums und damit der Zahl der Menschen, die überhaupt
	        
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