Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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was  dasselbe  sagt,  sieh  um  ihre  erste  Grösse  nach  Maassgabe
des  Zeitverlanfs  vermehren.  Ijetzteres  crgiebt  die  einfache
Zahlenreihe,  während  ihr  die  Reihe  gegonübersteht,  die  durch
fortwährende  Vervielfältigung  mit  zwei  gewonnen  wird.  Es  ist
herkömmlich,  auf  diese  Reihen  besonderes  Gewicht  zu  legen
während  sie  in  der  That  sehr  gleichgültig  sind  und  am  allerwenigsten ­
  eine  genaue  mathematische  Vorstellungsart  repräsentiren.
  Auch  für  Malthus  waren  sie  nur  vage  Bilder,  die  einen
an  sich  nicht  allzu  klaren  Gedanken  um  Nichts  verbesserten.
Scharf  ist  an  demselben  fast  gar  nichts  gedacht;  denn  die  Reihe
der  Zahlen,  in  welcher  sich  mit  dem  Zeitverlauf  die  Nahrungs  -
mittel  im  günstigsten  Falle  sollen  steigern  lassen  ,  wird  sofort
zum  greifbarsten  Widersinn,  wenn  man  dieselbe  ins  Unendliche
gehen  lässt.  Die  Erde  würde  für  diese  Malthussche  Nahrung
bald  keinen  Platz  zur  Aufspeicherung  bieten.  Soll  aber  die
Reihe  nicht  unbeschränkt  gelten,  dann  fragt  es  sich  ,  wo  man
ihr  die  Grenze  zu  setzen  habe,  und  Malthus  in  seinem  verworrenen ­
  Vorstellen  hat  hiefür  keine  Antwort.  Indessen  wollen
wir  ihm,  der  mehr  an  Predigen  und  unstät  schweifende  Vorstellungen ­
  gewöhnt  war,  seine  dürftigen,  sogenannten  mathematischen ­
  Ausdrucksformen  nicht  zu  scharf  prüfen.  Es  wäre
dies  verlorene  Mühe.  Wir  wollen  ihm  im  Gegentheil  nachhelfen ­
  und  seine  Bilder  nur  als  das  nehmen,  was  sie  waren
nämlich  als  Versuche,  ein  Verhältniss  anzudeuten,  über  das  er
sich  bei  seiner  rohen  Gedankenverfassung  nicht  präciser  auszu  -
lassen  vermochte.
Lassen  wir  also  die  beiden  Reihen  und  untersuchen  wir
die  Begriffe.  Die  Bevölkerung  soll  sich  nicht  wirklich  so  vermehren, ­
  wie  es  geschehen  würde,  wenn  die  Geschwindigkeit
ihres  Zuwachses  der  Aufhäufung  von  Zinseszinsen  ähnlich  wäre.
Sie  soll  vielmehr  hiezu  nur  das  Bestreben  haben,  an  der  Verwirklichung ­
  des  letzteren  aber  durch  den  Mangel  der  Nahrungsmittel ­
  gehindert  werden.  Der  einfache  Sinn  der  Idee  ist  also
nichts  Anderes,  als  dass  die  Menschen  von  Natur  getrieben  werden, ­
  die  Grenze  der  jedesmal  gegebenen  Nahrungsmittel,  ja  aller
möglichen  Nahrungsbeschaffung  zu  überschreiten.  Nach  welchem
Naturgesetz  die  Nahrungsmittel  wachsen  mögen,  darum  bekümmert ­
  sich  ein  Malthus  nicht  weiter.  Das  Verhältniss  oder  vielmehr ­
  Missverhältniss  zwischen  beiden  steht  ihm  nicht  blos  als
Thatsache,  sondern  als  immerwährende  Naturnothwendigkeit
            
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