Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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i hicmit das Unrecht begründet worden wäre. Das Uebel babe 
sieb hauptsächlich dadurch gesteigert, dass die Anzahl der blos 
um Lohn zu arbeiten Genöthigten, verglichen mit derjenigen 
der Lohngeber, immer grösser geworden sei. Auf diese Weise 
. seien die Ersteren ganz und gar der Verfügung der Letzteren 
anheimgefallen und auf eine sehr dürftige Lebensweise be 
schränkt worden. Weiterhin wird das Eigenthum, weil cs. die 
Quelle der Ungleichheit und der Sklaverei sei, als eine Geissel 
der Gesellschaft und als ein wahres ölfentliches Verbrechen 
bezeichnet. Besonders charakteristisch ist aber folgender Satz: 
’’ „Die Revolution ist nicht beendigt, weil die Reichen alle Güter 
absorhiren und ausschliesslich herrschen, während die Armen 
als wahre Sklaven arbeiten, sich im Elend hiiischloppen und 
im Staate nichts sind.” An einer früheren Stelle waren die 
Armen in einer dreifachen Abhängigkeit als dem Zwang der 
Noth, der Erniedrigung durch die Unwissenheit und dem Be 
trug durch die Religion unterliegend gekennzeichnet worden. 
Man begreift, dass ein Mann von solchen Anschauungen ein 
furchtbarer Gegner gewesen sein würde, wenn seine Kraft nicht 
in der Richtung auf zu roh gestaltete Ziele ausgegriffen hätte, 
und wenn die Verstandesmässigkeit und Einsicht seiner Ideen 
nicht gewaltig hinter der Intensität seiner Gesinnung zurück 
geblieben wäre. Die Antriebe, von denen er geleitet wurde, 
sind ungefähr dieselben, welche wir auch heute noch in den 
verschiedensten Formen auftreten sehen. Der vorher wörtlich 
angeführte Satz könnte sehr wohl als Inschrift zum Eingang in 
die seitdem abgespielte Gcsellschaftsgeschichte dienen; denn in 
der That ist die Revolution noch nicht abgeschlossen worden, 
und auch ihr politischer Charakter hat mehr und mehr eine 
socialistische Grundlage gewonnen. Babeuf suchte aber das 
Unheil mit Rousseau in der Vergangenheit und in der ur- 
f sprünglichen Bildung des Eigenthums und wollte die Zustände 
im Sinne des Uranfänglichen gestalten. Diese rückläufige 
Eigenschaft seines Ideals contrastirt nun gewaltig mit dem 
Drang der Affecte, die nach vorwärts wiesen. Er, der sich, 
wie er in seinem letzten Brief an seine Familie schrieb, in die 
„ewige Nacht” und „in den Schlaf des Weisen” mit so festem 
Bewusstsein und befriedigtem Gewissen „einhüilto”, war von 
den im letzten Grunde aus dem Superstitionsdogma vom Sün 
denfall oder wenigstens aus der poetischen Täuschung eines
	        
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