Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Vertheilung  der  Machtverliältnisse,  mit  deren  Regiüirung  die
Geschichte  auch  ohne  theoretische  Nachhülfe  bereits  beschäftigt
war.  Hätte  man  die  Frage  anders  gestellt  und  blos  die  vorherrschenden ­
  Thatsachen  erörtert,  so  würde  es  sehr  leicht  gewesen ­
  sein,  sich  zu  überzeugen,  dass  St.  Simon  die  richtigere
Auffassung  auf  seiner  Seite  hatte.  Er  wollte  unter  dem  Namen
der  Industrie  die  wirthschaftliche  Arbeit  in  der  Gesammtheit
  ihrer  Verzweigungen  und  mit  Einschluss  der  untersten
Schicht  ihrer  Organe,  also,  wie  er  sich  selbst  ausdrückte,  vicrundzwanzig
  Fünfundzwanzigstel  der  Gesellschaft,  zum  Ausgangspunkt ­
  des  politischen  Regime  nehmen.  Die  Industriellen,
in  einem  hienach  allerdings  sehr  weiten  oder  aber  mehrdeutig
offen  gelassenen  Sinne  des  Worts,  sollten  das  Budget  machen
und  an  Stelle  des  Adels  und  der  Büreaukratie  die  Verwaltung
der  öffentlichen  und  gesellschaftlichen  Oekonomie  beherrschen.
In  ihren  Händen  sollte  wesentlich  die  Entscheidung  über  die
Antheile  der  blossen  Functionäre  liegen,  und  auch  dem  massigen
Besitz  sollte  in  dieser  Eigenschaft  keine  erhebliche  Mitwirkung
zufallen.  Man  sieht  sofort,  dass  diese  Idee  nichts  als  das
wesentlich  richtige  Gegenbild  einer  Bestrebung  ist,  die  in  der
modernen  Gesellschaft  immer  mehr  Terrain  erobert  hat.  Auch
wurde  sie  von  St.  Simon  selbst  auf  die  Betrachtung  der  Geschichte ­
  gegründet  und  als  ein  Geschichtsphilosophom  entwickelt.
In  den  betreffenden  Auseinandersetzungen  findet  sich  nichts,
was  auf  den  Plan  einer  wesentlichen  Abweichung  von  den
Grundformen  der  Gesellschaft  und  des  Staats  deutete.  Die
Vertretung  der  Arbeit  und  zunächst  ihrer  Leiter,  also  der
Industrie  einschliesslich  des  Ackerbaus  oder,  mit  andern  Worten,
die  entscheidende  Geltendmachung  der  volkswirthschaftlichen
Mächte,  als  solcher,  in  der  Ordnung  der  öffentlichen  Finanzen
und  mithin  in  der  Oekonomie  des  ganzen  Staatslebens,  —  dieses
Verwiegen  des  Wirthschaftlichen  im  Politischen  war  die  leitende
Grundidee.  Mit  dieser  Idee  war  jedoch  keineswegs  ein  künstliches ­
  Arrangement  der  Volkswirthschaft  gegeben.  Die  Principien ­
  konnten  vielmehr  dieselben  bleiben,  und  nur  das,  was
sich  bereits  stetig  angebahnt  und  zum  Th  eil  durcligesetzt  hatte,
nämlich  die  Herrschaft  des  wirthschaftlichen  Elements,  sollte
sich  vollenden.
Für  eine  solche  Idee  war  nun  A.  Comte  nicht  empfänglich,
da  er  seiner  vorherrschenden  Geistesrichtung  nach  dem  wirth-
            
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