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Noch mehr zeigt das seiner Verfallperiode anphörige, in
4 Bänden 1851—54 erschienene „System der positiven Politik”,
dass die vagen, rein religiös gewordenen Umrisse von wiikliclier
Politik lind Socialtheorie fast gar nichts aufznweisen haben.
Alle schwachen Punkte des Hauptwerks sind in dieser letzten,
auf einem gemüthsartigen Zerfliessen der Intelligenz beruhenden
Arbeit zu der ihnen eigenthümlichen Consequenz gelangt
und werden so auch für denjenigen greifbar, der die Keime
derselben in den frühesten Conccptionen etwa ignorirt hat.
Bei der grössten Achtung für die Leistungen Comtes in anderer
Richtung und für das Leben, welches für diese Leistungen
eingesetzt wurde, kann man dennoch nicht umhin, guide
die als social bezeichneten Untersuchungen als am wenigsten
befriedigend und als eine Arbeit anzusehen, welche für die
Socialthcoric nur ein Interesse zweiter Ordnung, für die
eigentlich ökonomischen Fragen aber so gut wie gar keine
Bedeutung hat. In dieser letzteren Beziehung bedarf St. Simons
Ueberlegenhcit keines näheren Beweises. Der einzige Umstand,
dass er den Schwerpunkt der politischen Gestaltungen in den
wirthschaftlichcn Elementen der Gesellschaft suchte, ist entscheidend.
Uebrigens werden wir aber auch sehen, dass die
jetzt sehr berühmten Grundgedanken, durch deren scharfe
Ausbildung sich der Comtesche Positivismus hervorgethan hat,
und die wir übersichtlich in der „Kritischen Geschichte der
Philosophie” (2. Aufl. 1873) dargestellt haben, in St. Simons
Ideenkreis tiefe Wurzeln hatten und nach ihrer politisch ökonomischen
Seite bereits von ihm selbst ziemlich gut und in
manchen Beziehungen sogar besser, als von seinem Schüler,
formulirt worden waren. Der Lehrer war freilich eine mehr
imaginatorische Natur gewesen; indessen das Verwiegen der
Phantasie deutet auch zugleich auf eine Gattung des schöpferischen
Geistesverhaltens, wie es den kühleren Persönlichkeiten
oder vielmehr dem Zustande eines geringeren Aufschwungs
in gewissen Richtungen nicht eigen sein kann.
Ueberdies vertrat Comte die spätere Generation und eine bereicherte,
gleichsam mehr gesetzte wissenschaftliche Erfahrung.
Trotzdem kann man sich durch eine vergleichende Lectüre davon
überzeugen, dass da, wo die Gegenstände beider hchrift-8
teil er dieselben sind, die ausgebreiteten und oft viel zu langathmigeii
Schematisirungen eines Comte die ungezwungenen