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bei allen Betheiligten, also bei den Nachahmern zweiter Classe,
sowie auch bei den verhilltnissmässig Originalen, das Ihiigo
zur Ermöglichung der theoretischen und experimentellen 1 ossen
beigetragen habe. Durch eine gewisse Wahlverwandtschaft
einzelner Berichterstatter, denen man fast überall nachgeschrie
ben hat, ist die Meinung in Umlauf gekommen, dass Fourier
unter allen älteren Socialisten der bedeutendste, ausgiebigste
und wohl gar am meisten systematische sei. Wir haben schon
früher bemerkt, dass diese Ansicht auch dem Interesse solchei
Gelegenheitskritikcr entgegenkam, die da wünschten, die Bocial-
theorien mit leichter Mühe zu widerlegen. Anstatt sich gegen
St. Simon selbst und gegen den mehr kritischen Socialismus
der späteren Zeit zu wenden, bethätigten sie die Stärke ihies
Verstandes und die Tragweite ihrer kritischen bähigkeiten
lieber an einer Erscheinung, über welche ihnen schon die ge
ringste Dosis von Einsicht zum Siege verhelfen musste. Auf
diese Weise haben zwei Umstände zusammengewirkt, einen
Fourier fälschlich zum Mittelpunkt des älteren Socialismus zu
stempeln. Bisweilen mischten sich auch beide Ursachen, indem
auf der völlig gegnerischen Seite nichtsdestoweniger ein unbe
wusster Verwandtschaftszug des eignen zum fremden Wider
sinn obwaltete und die Richtung entschied, in welcher man sich
auch feindlich am liebsten befasste. St. Simons bessere Ge
danken waren Manchem zu rationell gewesen, und Darsteller,
wie Herr Reybaud, sind erst spät zu Erweiterungen genöthigt
worden, durch welche sie in den letzten Auflagen ihrer Schrif
ten bekundeten, dass die Auffassung A. Comtes, der schon 1822
die hieher gehörigen Gedanken veröffentlicht hatte, nicht zu
vernachlässigen sei. Ueber solche, die in Deutschland, wiö
z. B. Herr L. Stein, sogar einem Reybaud nachgeschrieben und
nur ihre Caricatur von Philosophie hinzugefügt haben, wäre
kaum ein Wort zu verlieren. Indessen mag im Allgemeinen
bemerkt werden, wie das Hegelthum nicht blos in dem üppig
wuchernden Widersinn seiner sogenannten Naturphilosophie,
sondern auch in andern Richtungen mit dem Inhalt der bou-
rierschen Phantasien sehr Vieles gemein hat und in sehr
vielen Elementen in dieselbe Gattung einzurcchnen ist, inner
halb welcher der Französische Phantast seine Offenbarungen
in einer wenigstens lesbaren Sprache und mit ungenirter
Aufrichtigkeit von sich gegeben hat. Herr L. Stein, der den