Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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interessirt uns liier dieser Zug, der zum Theil eine provocirte 
Gegenregung gewesen sein mag, weit weniger, als die seltsamen 
Gestaltungen und Wendungen, die sich ergeben, wenn ein Idiot 
gegen Verwandtes und gleichsam in der Behausung von Seines 
gleichen zur Kriegführung übergeht. Hier wurden die Vorwürfe 
der Narrheit, der Unmoralität und der unzulänglichen Religio 
sität nicht gespart. Owen sollte ein halber Atheist sein; er 
sollte sich gegen die Ehe und gegen die Priester versündigen; er 
sollte verkannt haben, dass der Ackerbau die Grundlage bilden 
müsse, — kurz er sollte Pfuscher, Charlatan und Geldverbringer 
sein, der von dem wahren Associationsproblem und der einzig- 
möglichen Methode der Gesellschaftseinrichtung keine Ahnung 
hätte. Diese Anklagen flössen aus derselben Peder, welche eine 
allmälige Einführung der freien Liebe skizzirt hatte, und deren 
Führer im Punkte der Religion zwar in alle Pläne seines Got 
tes eingeweiht war, aber sicherlich nicht die Absicht hatte, von 
den Priestern und den orthodoxen Ueberlieferungen irgend wel 
cher Art die Norm seiner eignen „menschlichen und göttlichen” 
Imaginationen oder Satzungen ohne eigne attractionistische Ent 
scheidung hinzunehmen. 
7. Nach dem Vorangehenden wird man wohl darauf ver 
zichten, in das Detail der Phalanstere einzudringen. Derselbe, 
ja ein noch grösserer Widersinn und eine noch viel läppischere 
Art und Weise, als in den naturphantastischen und spiritisti 
schen Delirien, bekundet sich in den Arrangements des neuen 
socialen Reichs, dessen Monaden die Phalangen sind. W er mit 
ehrsamer Miene den vermeintlichen Mechanismus derselben 
auscinandersetzen kann, muss eütweder nie eine Schrift von 
Fourier selbst angesehen haben, oder wird durch ein solches 
^erfahren unfehlbar sein eigner Richter. Wir lassen daher 
(He Kohl- und Rübeiiattraction und die darauf gegründeten Ar 
rangements auf sich beruhen, indem wir die Angelegenheit mit 
ihrer weiteren Ansteckungskraft gleich einem Stückchen reli 
gionsartiger Scctenbildung den rationelleren Psychologen und 
vorkommenden Palls in praktischer Beziehung auch den Psychia- 
trikern empfehlen. Diese beiden Competenzen werden überhaupt 
<îon gesaminten Pourierschen Werken gegenüber eine reiche 
Ausbeute finden. Auch werden sie von ihrem Standpunkt aus 
Bicherlich nicht davon überrascht sein, dass manche richtige 
Bemerkung auch aus der Werkstätte des Pourierschen Gehirns 
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