Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

macht, welches bekanntlich in dem Vorherrschen dieser Vor 
stellungsart seine auszeichnende Eigenthümlichkeit hat. 
Die Vorstellungen vom ökonomischen Recht sind äusserst 
dürftig, und die „unentgeltliche Nutzung”, welche sich nach dem 
Worthgesetz in immer grösserem Maass verbreiten soll, hat ihre 
gewaltigen Schranken an der Gesellschaftsverfassung. Die natür 
liche Communität, welche sich von selbst machen soll und dem 
künstlichen Communismus entgegengestellt wird, ist als ver 
meintliche Wirkung des laisser aller thcils eine sociale Unwahr 
heit, thoils rein ökonomisch nur in geringem Grade nachweis 
bar. Die Vertröstung der Socialisten auf die natürliche und 
freiwillige Entwicklung, durch welche ihre Zielpunkte ohne 
besonderes bewusstes Zuthun nach dem System des laisser aller 
erreicht werden sollen, ist eine den Humor herausfordernde Zu- 
muthiing. In dieser Idee gipfelt aber die Bastiatscho Harmo 
nik, und seine Gerechtigkeit kennt ausser dem gewöhnlichen 
juristischen Recht nur die Ausmerzung der künstlichen Mono 
pole. Wie aber der Mensch seine Person gegen die natur 
wüchsigen Ausheutungspositionen und natürlichen Monopole, ja 
wie er sie gegen die Unterdrückung durch das blosse Werk 
zeug der Production, d. h. durch das Capital, zu schützen und 
hier den Verletzungen vorzubeugen habe, davon enthält der 
Bastiatscho Begriff der sogenannten gerechten Interessen gar 
nichts. Der Französische Nationalökonom hat wohl gelegent 
lich zugestanden, dass die Oekonomie im Argen liege, weil der 
Begriff vom Capital noch nicht gehörig untersucht sei; aber er 
selbst hat nicht einmal bemerkt, dass der sogenannte freie Ar 
beiter ein Zubehör des Werkzeugs der Production, ja selbst 
ein Capital ist, welches man bewirthschaftet und für welches 
man die jeweiligen Herstellungskosten in Anschlag bringt. 
Thatsächlich ist also das vermeintlich harmonische Verhältniss 
die Herabwürdigung des Menschen zu Wirthschaftscapital in 
den Händen derjenigen, welche allein eine freie Consumtions- 
kraft repräsentiren. Alle Niveauänderungen des Lohnes oder 
der Lebensweise können hier also nur die Vorbereitung sein, 
um die menschliche Arbeit in den Stand zu setzen, ihren Trä 
ger von der Dienstbarkeit an das Werkzeug zu befreien und 
das Verhältniss der Unterordnung im rein menschlichen Sinne 
umzukehren. Bastiat hat aber das grade Gegontheil dieser
	        
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