Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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am falschen Orte hervorkehrenden Eigenschaften dennoch eine 
Ideenhaltung vorhanden, die sich nur in den Allüren und 
durch den Mangel der Leidenschaft von der Phantastik begab 
terer Naturen unterscheidet. Die dieser Physionomie ent 
sprechende Compositions- und Schreibart gilt für die ver 
schiedensten Richtungen der Millschen Autorthätigkcit. In 
dessen ist die letztere in der Logik etwas nützlicher und 
weniger unzulänglich ausgefallen, als in der Nationalökonomie 
oder gar in der Politik. Was man nämlich auch von der ersten 
Hauptschrift Mills sonst halten möge, so hat sie doch wenig 
stens eine Art Lücke ausgefüllt und in einer einigermaassen 
modernen Weise vorhandene logische Materialien, wenn auch 
nur eklektisch und ohne durchgreifende Systematik, verarbeitet. 
Ein Gleiches lässt sich aber von den „Principien der politischen 
Oekonomie” keineswegs behaupten; Ricardos eignes System 
ist unvergleichlich besser, als die zu der Gattung der verar 
beitenden Compilationen gehörende Darstellung seines Schülers. 
Der letztere hat allerdings mehr Durcharbeitungskraft ent 
wickelt, als z. B. ein anderer Schüler Ricardos, der besonders 
durch seine „Literatur der politischen Oekonomie” (1845) be 
kannte Mac Culloch. Ist nun aber das eben genannte Lite 
raturbuch auch nicht viel mehr als ein Schriftenverzeichniss 
mit erläuternden Zusätzen, und sind auch die in diesen Erläute 
rungen vorkommenden Urtheile nichts weniger als maass 
gebend, so können doch bibliographische, lexikalische und 
statistisch beschreibende Arbeiten, wie sie von einem Mac 
Culloch unternommen wurden, in ihrer Art noch immer als 
etwas Verdienstliches gelten. Bei der Vergleichung muss hie- 
nach, trotz oder vielmehr wegen jenes Millschen Vorzugs, auf 
welchem die höhere, gedanklich mehr verarbeitende Methode 
des Compilirens beruht, das Ergebniss in einer wichtigen 
Beziehung zu Ungunsten des vermeintlichen Systematikers 
ausfallen. Die Ansprüche, die auf Seiten Mills geltend gemacht 
werden, würden nur dann berechtigt sein, wenn die Loetüro 
seiner nationalökonomischen Hauptschrift wenigstens annähernd 
eine ähnliche Einsicht in das Malthus-Ricardosche System ver 
schaffte, als das Werk, welches von Ricardo selbst schon 30 Jahre 
früher veröffentlicht worden war. Dies ist aber so wenig der Fall, 
dass man zuversichtlich behaupten kann, es würde das ökono 
mische Denken der Lernenden besser angeregt worden sein,
	        
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