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den Schmutz greifen, wenn die blinden Ressentiments im Sinne
einer blossen „Magenfrage” herauf beschworen wurden. Es war
in der Ordnung, das Classenhewusstsein anzuregen und die
zwitterhaften Dienste zu entlarven, auf welche die Yertrotcr
einer vormundschaftlichen Patronisirung der Arheiterinterossen
pochten. Allein es hiess die bessere Natur verleugnen, die
Selbständigkeit und die Motive des Kampfes nur in den ungeklär
ten Regungen des Neides suchen zu wollen. In dieser Region
fühlten sich daher auch grade die corruptesten Parasiten des
Feudalismus und der Superstition am meisten an gezogen. Sic
fanden in den Lassalleschen Pamphlets auch das Gemeine, für
das sie am ehesten Verständniss hatten. Auf diese Weise
geschah es, dass nicht die bessere, sondern die schlechtere
Seite der Agitation und der Theorie seltsame Freunde fand.
Die volkswirthschaftlicho Unwissenheit klammerte sich viel
fach an Lassalles Auseinandersetzungen, weil aus den letzteren
eher etwas zu entnehmen war, als aus den gemeinen Lehrbüchern.
Wie sehr sich Lassalle in der Theorie vergriff', und wie
er die feindlichen Leidenschaften überall ins Auge fasste, zeigt
seine Beurtheilung der Arbcitercoalitioncn, die zum Zweck der
Lohnerhöhung oder der Verkürzung der Stundenzahl mit dem
letzten Mittel der Arbeitseinstellungen agiren. J5r sah in diesen
Coalitionskämpfen nur den einzigen Nutzen, die Ressentiments
wach zu halten, und hatte keine Ahnung davon, welche Kraft
sich in dieser Richtung entwickeln lasse, und wie der ganze
Socialismus an diese naturwüchsigen Erscheinungen anzu
knüpfen habe. Statt dessen baute er auf wirthschaftliche Asso
ciationen, die nach seiner eignen Annahme einen überwiegend
politischen Einfluss der Arbeiter voraussetzen, um überhaupt
möglich zu werden.
Einzelne Freunde Lassalles sagen von ihm, dass er zuletzt
selbst nicht mehr an die Durchführbarkeit seines Programms
geglaubt habe. Welche Bewandtniss es hiemit nun auch haben
möge, so ist doch nicht anzunohmen, dass er im Allgemeinen
an den Grundzügen seiner Zukunftsvorstellungen verzweifelt
haben sollte. Wohl aber ist es nur zu denkbar, dass er für
sein specielles Programm den Glauben verloren hatte. Seine
schliesslichen Neigungen, die Gesammtheit der innern und
äussern Politik in Rechnung zu bringen, und seine Hinwendung
zur nationalen Frage zeugen dafür. Die mit der Reformations-