Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

OEtíTERREICH — Finanzen (Neue Aulehen). 
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Werth de« Papiers auf V17 seines Nominalbetrags (1 fl. in Silber stand 
17 fl. in Papier gleich); und unterm 26. März 1811 (6 Wochen nach 
jener offlcieilen Erklärung) sah sicli die Regierung dahin gebracht, 
den Werth des bis zu 1060 Mill, angewachsenen Papiergeldes auf 
ein Fünftel herabzusetzen, d. h. man löste das alte gegen neues 
Papiergeld ein, wobei aber der Gulden von früher nur zu 12 Krzr. 
angenommen wurde. Doch auch das neue Pa^tiergeld sank rasch auf 
ein Viertel seines Nominalwerthes, wonach also der Gasammtverlust 
sieh auf *V20 stellte und man für einen ursprünglichen Gulden nur 
drei Kreuzer wirklichen Werth bosass, — Die Kriege von 1813—15 
erheischten ungemein grosse Anstrengungen. (Obwohl man aber nicht 
einmal für die verstümmelten Invaliden genügend sorgen konnte, ko 
steten die Festlichkeiten des Wiener Congresses den Staat gegen 30 
Mill. ; siehe Gervinus, Gosch, des 19. Jahrh.) Behufs des Feldzugs 
gegen Neapel im Jahr 1821 bedurfte man eines Darlehens des franz. 
Königs (siehe Frankreich, S. 51). — Nachdem schon 1846 und 47 
dringende Finanzverlegenheiten sich eingestellt hatten, trat 1848 die 
Revolution in Wien, in Ungarn und Italien ein. Nun ward Papiergeld 
in unbegrenzter Menge ausgegeben. Man erliess Geldausfuhrverbote, 
und decretirte, 2. Juni 1848, Zwangscoiu’s der Banknoten (die Bank 
ist factisch nur eine Staatsanstalt). Im Nov. 1848 stand das Agio 
dos Silbers gegen Papier auf 5 Proz. : 1849 stieg es, 19. Juni, auf 
Proz., fiel dann, 25. Sept. (Beendigung des ungarischen Krieges) 
auf 5, stand aber zu Ende des Jahres 1849 doch wieder auf 13 %. 
1850, 26. Nov. (Verwicklungen mit Preussen) erreichte das Agio 52 0/^. 
— 1852 sank es bis auf 8; stieg dann, März 1854, neuerdings bis 
44V2; sank, 16. Aug., auf I6V2, stieg wieder, Nov. und erste Mo 
nate 1855, auf 28 und 29, und gieng endlich 1856, nach Sicherung 
des Friedens, jedoch unter unausgesetzten Schwankungen, herab, so 
dass es, Juli 1856, aut 2 —2^/2 steht. — Dabei circulirten zu 
Anfänge 1854 über 150 Millionen Staatspapiergeld und 188 Mill. 
Banknoten, zusammen also 338 Mill. Papiergeld (nicht zu verwechseln 
Mit den Schuldscheinen des Staats). Um das Papiergeld wieder 
aut den Pari-Stand zu heben und Metallgeld in die Circulation zurück 
zuführen, wurde unterm 23. Febr. 1854 die Umwandlung des Staats- 
papiergeldes in Banknoten angeordnet. Die Bank erhielt zur Deckung 
zunächst ein gewisses Einkommen aus den Zöllen angewiesen. Sodann 
^vurdon derselben, zufolge Finanzminist.-Decrets vom Sejjt. 1855, zur 
(^Gckung ihrer weiteren Forderungen an den Staat im Betrage von 
155 Mill., Domänengüter in eigene Verwaltung übergeben, oder be- 
^iagt abgetreten. 
Neue Anlehen. Die uns bekannten neuen Anlehen sind; 
1851, Sept., Siibacriptionsanlehen zur Verbesserung der Valuta 
1852, Mai, Silberanleben im Auslande . 
4. Sept. 4proz. inländische freiwillige Anleihe 
1853, 6proz. Anweisungen auf die Saline Gmunden 
1854, 3. März. Lotterieanleihe ...... 
5proz. Anleihe 
fl. 85'569,800 
- 35'000,000 
- 80’000,000 
- 40’000,000 
. 50’000,000 
- 35’000,000
	        
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