Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

122  PREUSSEN  —  Militärwesen  (Festungen,  Geschieht!.  Notizen).

12  Husaren  -  Regimenter  ...  48  —
12  Landwehr-Husaren-Regimenter  .  —  48
8  Uhianen  -  Regimenter  ...  32  —
8  Landwehr-Uhianen-Regimenter  .  —  32
8  Landwehr-Reserve-Escadronen  .  —  8
Zus.  2  Garde-  und  16  Linien-Cav.-Brigad.  152  144

Artillerie:  1  Garde-Artillerie-Regiment,  8  Artillerie-Regimenter  etc.  mit  27
reitenden  und  72  Fusshatterien.  —  Sodann  Genie,  Pioniere  etc.
Die  gesammte  Militärmacht  ist  in  1  Gardecorps-  und  8  Armeccorps
  getheilt,  jedes  Corps  zu  2  Divisionen.  —  Del-  Etat  eines  Armeecorps ­
  im  Felde  ist:  25  Bataill.  zu  25,000  M.,  .32  Escadronen  zu
4800,  11  Batterien  mit  88  Kanonen.  —  Für  die  Festungsbesatzungen  :
26  Bataill.  Linie  und  Landwehr  1.  Aufgebots,  8  Keserve-Landwehr-Schwadr.
  ;  die  Ersatztruppen  (36  Bataih,  40  Escadr,)  116  Bataill.  und
104  Escadr.  Landwehr  zweiten  Aufgebots.
Gesammtstärke  des  steh.  Heeres  und  der  Landwehr  1.  Aufgebots  410,000  M
der  Landwehr  2.  Aufgebots  .  .  .  115,000
Zusammen  525,000  M.
Vom  stehenden  Heere  sollen,  Ofiiciere,  Beamte  etc.  ungerechnet,
im  Frieden  129,117  M.  unter  den  Fahnen  sein,  mit  30,545  Pferden;
von  der  Landwehr  sollen  sich  bei  den  Stämmen  befinden  4123  Mann
und  348  Pferde.
Festungen.  Es  sind  deren  27  (worunter  mehre  ersten  Ranges):
Saarlouis,  Coblenz  mit  Ehrenbreitstein,  Wesel,  Jülich,  Minden,  Erfurt
mit  dem  Petersberge  und  der  Cyriaksburg,  Magdeburg,  Wittenberg,
Torgau,  Spandau,  Küstrin,  Stettin,  Stralsund,  Colberg,  Glogau,  Cosel,
Glatz,  Silberberg,  Schweidnitz,  Neisse,  Posen,  Graudenz,  Thorn,
Danzig,  Pillan,  Königsberg  und  Lötzen.  —  Ferner  hat  Preussen  in
Mainz  mit  Oesterreich  gemeinsam  das  Besatzungsrecht,  ebenso  in
Luxemburg  gemeinsam  mit  dem  Grossherzogthum  Luxemburg.
Geschichtliche  Notizen.  Preussen  hat  sich  als  Militärstaat
empor  geschwungen.  Friedrich  II.  fand  bei  seiner  Thronbesteigung
in  dem  kaum  3  Mill.  Menschen  umfassenden  Staate  ein  Heer  von
76,000  Mann.  Seinen  Einfall  in  Schlesien  (1740)  führte  er  zwar  nur
an  der  Spitze  von  etwa  28,000.  M.  aus,  hatte  aber  beim  Beginne  des
zweiten  schlesischen  Krieges  (1744)  eine  angeblich  100,000  M.  starke
Armee.  Den  siebenjährigen  Krieg  cröffnete  der  König  (1756)  durch
seinen  Einfall  in  Sachsen  mit  60,000  M.  Während  dieses  Krieges
kämpften  die  preuss.  Heere  in  16  Hauptschlachten;  es  wurden  ihnen
3  Corps  durch  die  Feinde  zu  Grunde  gerichtet,  und  sie  verloren  überdies ­
  5  Besatzungen.  Die  Gesammtsiimme  seiner  Verluste  an  Todten
und  Gefangenen  schätzte  Friedrich  selbst  (Histoire  de  mon  temps)  auf
180,000  M.  ;  ausserdem  seien  33,000  Einwohner  den  Barbareien  der
Russen  erlegen;  die  Verluste  der  preuss.  Verbündeten  (Britten  etc.)
hätten  160,000  betragen;  sonach  Gesammtverlust  preussischer  Seits
373,000.  —  Die  Verluste  seiner  Gegner  berechnete  der  König  so  :
Oesterreicher  (welche  in  10  Hauptschlachten  kämpften  und  3  Besatzungen ­
  einbüssten)  140,000  ;  Russen  (in  4  Schlachten,  Verluste  auf
dem  Marsche  etc.)  120,000;  Franzosen  (meist  gefangen)  200,000  ;
            
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