Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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DEUTSCHLAND  —  Finanzen.

Zweige  der  Einkünfte  die  einzelnen  Ausgabeposten  gedeckt  werden,
so  sind  die  eigentlichen  Staatsbedürfnisse  nach  den  Netto  summen  festzustellen ­
  und  darnach  die  Procentantheile  der  einzelnen  Abtheilungen
zu  berechnen.  —  Hei  der  Position  ^^îIoP^  haben  wir  in  der  Regel  nur
diejenigen  Summen  aufgezeichnet,  welche  als  „Civilliste  und  Appanagen“
  erscheinen.  In  Wirklichkeit  gehört  hieher  noch  weiter  der
meistens  sehr  bedeutende  Genuss  von  Schlössern,  Gütern  u.  s.  f.  Nur
ausnahmsweise,  wo  bestimmte  Anhaltspunkte  Vorlagen,  haben  wir  solche
Nebennutzungen  beigerechnet.  —  Sehr  zu  bedauern  ist,  dass  die  Materialien ­
  fast  vollständig  fehlen,  um  zu  berechnen,  wie  hoch  sich  die
Kosten  für  das  Beamtenthum  belaufen.  (Man  würde  ein  erschreckendes
Krgebniss  erlangen.  In  Preussen  werden  gegen  30  Mill.  Thlr.  =  über
HO  Mill.  Frkn.,  in  Bayern  über  IIV2  Mill.  fl.  =  24V2  Mill.  Frkn.,
dagegen  in  der  Schweiz  noch  nicht  4  Mill.  Frkn.,  und  selbst  in  dem
reichen  und  ausgedehnten  Grossbritanien  nur  2^/4  Milk  I  f.  St.  für
Beamte  des  Staats  ausgegeben.  Vergl.  das  oben  bei  Preussen,  S.  118,
und  das  unten  bei  „Bayern“  und  bei  „Schweiz“  und  in  den  Nachträgen ­
  Bemerkte.  .
Zur  Abtheilung  ^Staatsschulden.^  Eine  Berechnung  in  der  gewöhnlichen ­
  Weise,  welche  Summe  von  der  Schuld  auf  jeden  Kopf
trifft,  scheint  uns  ungeeignet,  weil  es  wesentlich  darauf  ankommt,
welche  Domänen,  namentlich  Eisenbahnen,  dagegen  vorhanden  sind.
(Unterschied  zwischen  Schulden  zu  productiven  und  zu  unproductiven
Zwecken.)  Eine  Berechnung  der  bezeichneten  Art  hätte  nur  ^  dann
einen  richtigen  Sinn,  wenn  man  vorerst  den  Betrag  des  activen  Staatsvermögens ­
  mit  jenem  der  Schulden  abgleichen  könnte.  Dazu  aber  fehlt
das  Material,  indem  in  keinem  andern  europäischen  Staate,  als  der
so  einfach  und  wenig  kostspielig  verwalteten  Schweiz  die  Gesammtsumme
  der  Activa  und  Passiva  des  Gemeinwesens  (des  Gesammtstaats
und  der  Kantone)  sorgsam  festgestellt  und  vorgetragen  wird.

Anmerkungen  m  nachstehenden  Tabellen.
Zu  den  „Einnahmen“  :  ')  Ohne  die  Specialbudgets,  welche  die  Summe
um  5’497,000  fl.  erhöhen  würden.
Zu  den  „Ausgaben:“  :)  Der  wirkliche  Bedarf  ist  höher;  man  hat
400,000  fl.  Militärpensionen  dem  Militäretat  abgenommen  und  auf  den  Pensionsfond ­
  übertragen.  —  *)  Ungerechnet  den  Bedarf  der  Eisenbahnschuldenverwaltung.
In  beiden  nachstehenden  Tabellen  sind  übrigens  weder  die  österreichischen
und  preussischen  Bundesländer,  noch  Luxemburg-Limburg  und  Holstein  aufgeführt, ­
  weil  zu  einer  Ausscheidung  ihrer  finanziellen  Verhältnisse  von  denen  der
übrigen  Gebiete  jener  Staaten,  mit  denen  sie  verbunden  sind,  das  nothigo
Material  fehlt.  Ausserdem  ist  Liechtenstein  übergangen,  weil  über  den  Finanzhaushalt ­
  dieses  kleinsten  „souveränen  Staates“  gar  nichts  bekannt  ist.
            
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