Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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DEUTSCHLAND  —  Baden  (Militärwesen,  Sociales).

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2)  Eisenbahnscliuld  32’.S86,937
8)  Papiergeld  (laut  Gesetz  v.  3.  März  1849)  .  .  2’000,000
65’807,330
Hiezu  kamen  seitdem:  Anlehcn  v.  Dec.  1854  .  10’000,000
Neue  Papiergeldemission  .  1’000,000
Gesammtsumme  etwa  76’800,000
Milltclrwescil*  Conscription  mit  Stellvertretung.  Dienstzeit  im
activen  Heere  6,  in  der  Reserve  2  Jahre.  —  Infanterie:  4  Regiin.
(worunter  1  Grenadiere)  zu  2  Bataill.,  ferner  2  Füsilir-  und  1  Jägerbat. ­
  —  Cavallerie:  3  Reg.  zu  4  Escadr.  —  Artillerie:  1  Regim.  zu
5  Batterien  und  40  Kanonen  ;  Pioniercomp.  —  Der  Gesammtstand
dürfte  17,000—17,500  M.  sein.  —  Festung:  Rastatt  (Bundesfestung,
tlieilweise  mit  österreichischer  Besatzung).
'  Zum  Rheinbunde  hatte  Baden  ein  Contingent  von  8000  M.  zu
stellen.  Badische  Truppen  kämpften  neben  den  Franzosen  1806  und  7
in  Preussen,  1808  und  später  in  Spanien,  1809  gegen  Oesterreich,
1812  in  Russland,  1813  in  Norddeutschland  ;  sodann  1814  und  15
gegen  Frankreich.
Sociale  Vorltällnis.se*  Nach  dem  Beitritte  Badens  zum
Rheinbunde  erfolgte  auch  ein  Anschliessen  an  die  franz.  Gesetzgebung.
So  ward  (1.  Jan.  1810)  das  franz.  Civilgcsetzbuch  (mit  verschiedenen
Modificationen)  cingeführt,  auch  dem  Feudalwesen  etwas  entgegen  getreten. ­
  Eine  Aufhebung  der  Feudallasten,  wie  in  Frankreich,  erfolgte
indess  nicht,  sondern  erst  nach  der  Julirevolution  von  1830  erschien
ein  Ablösungsgesetz.  —  Noch  bestehen  Zünfte,  doch  sind  viele  Gewerbe ­
  frei,  und  es  geschah  ein  bedeutender  Schritt  durch  das  Bürgerannahmegesetz ­
  von  1831,  demzufolge  (§.  41)  die  Aufnahme  eines
Inländers  in  eine  Gemeinde  nicht  mehr  aus  dem  Grunde  verweigert
werden  darf,  dass  sein  Gewerbe  übersetzt  sei.  Noch  bestanden  indess
im  Jahre  1835  114  Bannmühlen,  59  Bannkeltern  und  13  Wirthschaftsbannrechte;
  die  Aufhebung  scheiterte  damals  am  Widerspruche  der
ersten  Kammer.

8.  Hessen  (Grossherzogthum).

Provinzen
Starkenburg
Oborhesseii
Rheinhessen
Zus.

BeVölker  ung
Q.-M.  Í852  "  1855  ^  "früher
55  319,050  312,630  1821  671,266
73  309,617  298,939  1834  760,694
25  225,647  224,855  1843  834,711
153  854,314  836,424"  1^49  852,524

Sonach  Verminderung  um  17,910  Menschen  in  3  Jahren!
Familienzahl  1852:  169,263;  =  5,05  Köpfe  auf  die  Familie.
Confessionen:  (Lutheraner  409,658]
Protestanten  (  Reforrairte  36,520  >  603,583
(  Unirte  157,405  )
Katholiken  217,798
Sonstige  Christen  .  .  .  .  4,199
'Juden  28,734
Katholiken  am  wenigsten  in  Oberhessen,  am  meisten  in  Rheinhessen,  wo  sie
der  Zahl  der  Protestanten  (Unirten)  um  etwas  überlegen  sind.
            
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