Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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BELGIEN  —  (Militär,  Sociales).

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Betriebskosten  .  .  11’350,000  Reingewinn
Verzinsung  der  Anleihen  6’600,000  1852  1’158,000
Tilgungsfonds  .  .  2'000,000  1853  2’980,000
Zus.  19’900,000  1854  4’600,000  =  2,6  %
Miliüir.  Conscription  mit  Stellvertretung;  Dienstzeit  8  Jahre,
wovon  aber  ungefähr  die  Hälfte  auf  Beurlaubung  kommt.  Der  Präsenzstand ­
  im  Frieden  beträgt  etwa  40,000  M.  Die  Formation
ist  folgende:
Infanterie:  16  Regimenter  (1  Carabinier-,  2  Jäger-,  1  Grenadier-,  12
Linienreg.),  mit  49  Feld-  und  32  Reservebataill.,  das  Bataill.  zu
6  Comp,  und  145  Mann,  ungerechnet  Officiere  .  .  .  Mann  56,550
Cavallerie:  7  Reg.  (2  Jäger-,  2  Lanciers-,  2  Cürassier-,  1  Cuiden-)  mit
38  Feld-  und  7  Reserveescadr.,  jede  zu  183  M.  und  180  Pferde
(bei  den  Cürassieren  nur  163  u.  140)  —  7585  Pferde  und
Artillerie:  4  Reg.  mit  4  reit.  u.  21  Feldbatt,  und  18  Festungscomp.,
sammt  152  Feldgeschützen  mit  3105  Pferden  und
Genie:  1  Reg.  von  2  Bataill.  u.  5  Comp.,  1  Comp.  Ponton.,  1  Ouvr.
Train
Zusammen  (mit  10,690  Pferden)  73,998
Hiezu  9  Comp.  Gendarmerie  mit  1065  Pferden  und  ...  1  408
Mit  Einrechnung  der  Deserve  kann  jedoch  die  Armee  auf  100,000
Mann  gebracht  werden.
Festwigen:  Antwerpen,  Mons,  Charleroi,  Philippeville,  Marienburg;
Ath,  Tournay,  Menin,  Ypern;  (lent,  Namur.
Marine:  1  Brigg  von  20,  1  Goelette  von  12,  2  Kanonenschaluppen ­
  von  je  5  Kanonen,  und  3  Dampfer.
Sociill68»  Die  in  Folge  der  1,  franz.  Revolution  zur  Geltung
gebrachten  freien  Prinzipien  :  Abschaflfung  der  Feudallasten,  Theilbarkeit
  des  Grundbesitzes,  Gewerbfreilieit  u.  s.  f.,  verfehlten  auch  in
Belgien  keineswegs  ihre  wohlthätigen  Wirkungen.  Die  Landwirthschaft
ist  vielfach,  allerdings  aus  frühem  Zeiten  schon,  als  eine  musterhafte
anerkannt;  ebenso  hat  das  Gewerbswesen  einen  hohen  Grad  der  Vollkommenheit ­
  erreicht.  Der  Reichthum  an  Steinkohlen  und  die  das  Land
durchziehenden  vielen  Eisenbahnen  und  Kanäle  fördern  mächtig  die
Fabrication  und  den  Handel.  —  Indessen  besitzen  Geistlichkeit  und
Adel  noch  sehr  überwiegende  Macht  und  Reichthümer,  und  ausserdem
drückt  die  Abgabenlast,  so  weit  sie  von  dem  viel  zu  hohen  Militär
etat  (vergl.  „Schweiz“  S.  251),  von  der  dem  Lande  aufgebürdeten
Theilnahme  an  der  holländischen  Schuld,  und  von  den  laufenden  Deficiten ­
  herrührt.  —  Selbst  die  Anfangsgründe  des  gewöhnlichen  ■  Unterrichts ­
  sind  (bei  der  Herrschaft  des  Clerus  über  die  Schulen)  so
wenig  verbreitet,  dass  wir  z.  B.  folgende  Notiz  aus  Ducpetiaux’s  „Statistique ­
  des  Prisons  de  la  Belgique;  1852"  auszuziehen  finden:  In
dem  militärischen  Detentionsgefängnisse  zu  Alost  konnten  (31.  Dec.  1849)
585  Gefangene  weder  lesen  noch  schreiben,
288  konnten  es  unvollkommen,
92  „  „  gehörig.
Handelsverkehr.  Der  allgemeine  Handel  betrug  1854:
WeAhlZSi-  Würkl.W,rth
Einfuhr  62F900,000  651’600,000  Frca.
Ausfuhr  713’500,000  702’800,000
Zus.  I)335’400,000  1,354’400,000
            
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