Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

GROSSBRITANIEN — Militär (Landmacht). 17 
lind sehr brauchbar. Die Truppen werden von Europäern und Ein 
geborenen befehligt (Hindu und Mohammedanern), doch können die Ein 
geborenen höchstens Hauptleute werden und stehen selbst bei diesem 
Grade den europäischen Lieutenants nach. — Bestandtheile : 
1) Königliche Truppen, Europäer, 25 Infanterie- und 5 Cavallerie- Mann 
Regimenter 31,100 
2) Europäische Truppen der ostindischeu Compagnie . . . 13,150 
3) Eingeborene Truppen, 155 Regimenter Infanterie (meist Hindu), 
21 Regimenter Cavallerie (meist Mohammedaner), Artillerie etc. 203,000 
g . . . . . ^ 
5) Pohzeitruppen 12,500 
Dazu noch etwa 40,000 Mann Hülfstruppen von den unterwm^ 
fenen Fürsten. 
Festungen. Portsmouth, Plymouth, Falmouth, Yarmouth, Sout 
hampton. Castelle zu Dover, Dumbarton und Edinburgh. Im Mittel 
meere: Gibraltar, Malta. In der Nordsee wird Helgoland befestigt. 
Vermischte historische Notizen. Der englische Armee-Etat von 
1715 ergibt einen Militärstand von etwas mehr als 16,000 Mann 
unterhalten mit einem Kostenaufwande von 556,000 Pf. St. • davon 
beiand.cn sich aber blos 9000 in der Hcimath. (Mahon, history of Engl.) 
_ Eine Vermehrung des Heeres bedingte der amerikanische Be- 
treumgskampf (siehe „Vereinigte Staaten“), noch weit mehr aber der 
Krieg gegen Napoleon, besonders in Spanien (unter Wellington). Nach 
amtlichen Berichten wurden in dem 22jährigen Kriege gegen Frank 
reich 19,796 Mann getödtet (jährlich im Durchschnitte 899, wovon 
196 auf der Flotte) und 79,709 verwundet (jährlich 3623, davon 
472 auf der Flotte). Der Verlust in den blutigsten Schlachten war: 
Todte. Verwundete. 
1771 5892 
388 2714 
Waterloo 
Salamanca 
"Vittoria 
Talayera 
501 
670 
2807 
3406 
Todte. Verwundete. 
Trafalgar 449 1214 
Nil 218 677 
Copenhagen 254 689 
. ï" ^eit furchtbarerem Verhältnisse, als die feindlichen Waffen 
sind es die Strapazen, Mangel und Entbehrungen, welche Mensclien- 
leben kosten. So starben in den 41 Monaten des spanischen Krieges 
an Krankheiten 24,930 Soldaten, an Wunden nur 8999 Noch 
inci feindliche Waffen blos 217, dagegen starben an Krankheiten 
^3. Dez.) 4175; die Zahl der Erkrankten war 
26,846. — Besonders entsetzlich waren auch die Resultate des Krim 
feldzugs. Blutige Kämpfe, ungewöhntes Klima und schlechte Ver- 
püegungsaiiordnungen wirkten längere Zeit zusammen, die Armee zu 
Grunde zu richten. So waren einmal vom 63. Regiment das 1200 
Mann stark ausgezogen war und 300 Mann Verstärkung erhalten hatte 
nur noch 30 unter den Waffen; dieses Regiment hatte freilich ganz 
besonders gelitten. Im Febr. 1855 kamen (der „Post“ zufolge) um: 
vor dem Feinde 6, an Krankheiten im Lager 1407, in den Spitälern
	        
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