Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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SOCIALSTATISTIK

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Krankheiten  nach  Ständen.
.schritten  ward.  Man  konnte  wahrnehmen,  dass  ihre  Vermehrung
im  Allgemeinen  verhältnissmässig  eine  weit  grössere  ist,  als  die  der
Angehörigen  aller  übrigen  Nationen,  insbesondere  aber  zeigt  sich
die  Sterblichkeit  unter  ihnen  am  geringsten.  —  Merkwürdige  Nachweise ­
  darüber  haben  wir  demnächst  von  Boudin  zu  gewärtigen,  der
sich  eben  mit  dieser  Frage  befasst.  1  lier  nur  die  Bemerkung,  dass
selbst  in  Algerien,  wo  nicht  nur  die  Europäer  so  furchtbar  weggerafft
werden,  sondern  wo  sich  auch  die  Maurische  und  die  Neger-Bevölkerung ­
  entschieden  vermindert,  —  die  Jüdische  Einwohnerschaft,
und  sie  allein,  eine  Zunahme  aufweist,  und  zwar  in  Folge  eines
lleberschusses  der  Geburten  über  die  Sterbfälle.
Als  sich  de  Neufville  mit  seiner  Berechnung  der  Lebensdauer
und  Todesursachen  der  verschiedenen  Stände  in  Frankfurt  beschäftigte,
fiel  ihm,  nach  seiner  Erklärung,  das  hohe  Alter  auf,  welches  so  viele
Juden  erreichten.  Er  forschte  näher  nach,  fmtigtc  (unter  Zugrundelegen ­
  der  Frankfurter  Civilstandsregister  in  den  3  Jahren  184G—48)
eigene  Tabellen  an,  und  gelangte  im  Wesentlichen  zu  folgenden  Ergebnissen ­
  :
Sterblichkeitsverhältnisse  der  christlichen  und  der  jüdischen  Bevölkerung
in  Frankfurt  a.  M.,  nach  Pro  c  ente  n:

Alter
1—4  Jahre
5—9
10—14
15—19
20—24
25—29
80—34
35—39
40—44
45—49

Christen  Juden
24,1  12,9
2.3  0,4
1.1  1,5
3.4  3,0
6.2  4,2
6,2  4,6
4.8  8,4
5.8  6,1
5.4  4,6
5,6  5,3
Sonach  sind  gestorben

50
55
60-65

70
75
80
85-90-



  Christen
-54  Jahre  4,6

-59
-64
-69
-74
-79
-84
-89
-94
-100

der  vierte  Theil
die  Hälfte
drei  Viertheile

Christen  mit
6  Jahren  11  Mon.
36  „  6  .
59  „  10  „

5,7
5,4
6,0
5,4
4,3
2,6
0,9
0,16  .
0,04
Juden  mit
28  J.  3  Mon.
63  n  1  r
71  „

Juden
3,8
6,1
9.5
7,2
11,4
9,1
5,0
1.5
0,4

Allerdings  dürfen  bei  der  Beurtheiliing  die  beiden  wichtigen
Momente  nicht  übersehen  werden,  einmal  dass  die  Juden  gewöhnlich
jede  harte  Arbeit  vermeiden,  zum  Andern  ihre  massige,  nüchterne
jjebensweise.  Doch  reichen  beide  nicht  aus,  das  Verhältniss  in  seinem ­
  vollen  Umfange  zu  erklären.  Wir  gelangen  vielmehr  zu  dem
Schlüsse,  dass  sich  auch  hier  eine  ungleiche  Lebenszähigkeit  kund  gibt,
wie  wir  diese  Verschiedenheit  bezüglich  der  schwächlichen  Amerikan.
Indianerrace  auf  der  einen,  und  den  in  warmen  Climaten  so  unendlich ­
  viel  ertragenden  Negern  auf  der  andern  Seite  bereits  wahrnahmen.
Krankheiten  nach  Ständen  und  Altern.  Die  politische  Arithmetik
hat  nicht  blos  die  Sterbfälle,  sondern  ebenso  die  Krankheiten
nach  Beschäftigungsweise  und  Alter  der  davon  Befallenen  ins  Auge
zu  fassen.  Sehr  Vieles  ist  in  dieser  Beziehung  noch  zu  ermitteln.
Ein  interessantes  Material  gewähren  die  englischen  Unterstützungs-
            
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