Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

m» 
w,r 
366 
SOCIALSTATISTIK 
/'if. 
Wí# 
[i t. 
’•I [■' 
K 
ií: k 
: 
4 
■ i'll í:; 
: !! i 
g 
Krankheiten nach Ständen. 
.schritten ward. Man konnte wahrnehmen, dass ihre Vermehrung 
im Allgemeinen verhältnissmässig eine weit grössere ist, als die der 
Angehörigen aller übrigen Nationen, insbesondere aber zeigt sich 
die Sterblichkeit unter ihnen am geringsten. — Merkwürdige Nach 
weise darüber haben wir demnächst von Boudin zu gewärtigen, der 
sich eben mit dieser Frage befasst. 1 lier nur die Bemerkung, dass 
selbst in Algerien, wo nicht nur die Europäer so furchtbar weggerafft 
werden, sondern wo sich auch die Maurische und die Neger-Bevöl 
kerung entschieden vermindert, — die Jüdische Einwohnerschaft, 
und sie allein, eine Zunahme aufweist, und zwar in Folge eines 
lleberschusses der Geburten über die Sterbfälle. 
Als sich de Neufville mit seiner Berechnung der Lebensdauer 
und Todesursachen der verschiedenen Stände in Frankfurt beschäftigte, 
fiel ihm, nach seiner Erklärung, das hohe Alter auf, welches so viele 
Juden erreichten. Er forschte näher nach, fmtigtc (unter Zugrunde 
legen der Frankfurter Civilstandsregister in den 3 Jahren 184G—48) 
eigene Tabellen an, und gelangte im Wesentlichen zu folgenden Er 
gebnissen : 
Sterblichkeitsverhältnisse der christlichen und der jüdischen Bevölkerung 
in Frankfurt a. M., nach Pro c ente n: 
Alter 
1—4 Jahre 
5—9 
10—14 
15—19 
20—24 
25—29 
80—34 
35—39 
40—44 
45—49 
Christen Juden 
24,1 12,9 
2.3 0,4 
1.1 1,5 
3.4 3,0 
6.2 4,2 
6,2 4,6 
4.8 8,4 
5.8 6,1 
5.4 4,6 
5,6 5,3 
Sonach sind gestorben 
50 
55 
60- 
65 
70 
75 
80 
85- 
90- 
95- 
Alter Christen 
-54 Jahre 4,6 
-59 
-64 
-69 
-74 
-79 
-84 
-89 
-94 
-100 
der vierte Theil 
die Hälfte 
drei Viertheile 
Christen mit 
6 Jahren 11 Mon. 
36 „ 6 . 
59 „ 10 „ 
5,7 
5,4 
6,0 
5,4 
4,3 
2,6 
0,9 
0,16 . 
0,04 
Juden mit 
28 J. 3 Mon. 
63 n 1 r 
71 „ 
Juden 
3,8 
6,1 
9.5 
7,2 
11,4 
9,1 
5,0 
1.5 
0,4 
Allerdings dürfen bei der Beurtheiliing die beiden wichtigen 
Momente nicht übersehen werden, einmal dass die Juden gewöhnlich 
jede harte Arbeit vermeiden, zum Andern ihre massige, nüchterne 
jjebensweise. Doch reichen beide nicht aus, das Verhältniss in sei 
nem vollen Umfange zu erklären. Wir gelangen vielmehr zu dem 
Schlüsse, dass sich auch hier eine ungleiche Lebenszähigkeit kund gibt, 
wie wir diese Verschiedenheit bezüglich der schwächlichen Amerikan. 
Indianerrace auf der einen, und den in warmen Climaten so unend 
lich viel ertragenden Negern auf der andern Seite bereits wahrnahmen. 
Krankheiten nach Ständen und Altern. Die politische Arithmetik 
hat nicht blos die Sterbfälle, sondern ebenso die Krankheiten 
nach Beschäftigungsweise und Alter der davon Befallenen ins Auge 
zu fassen. Sehr Vieles ist in dieser Beziehung noch zu ermitteln. 
Ein interessantes Material gewähren die englischen Unterstützungs-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.